Karte deaktiviert
IQ-Tankkarten folgen Stiglechner-Tankstellen in die Insolvenz
24.02.2026Die Passiva betragen rund 12 Mio. Euro. Betroffen seien 400 bis 450 Gläubiger, keine Angestellten.
Linz. Nach der Insolvenz des Linzer Tankstellenbetreibers Stiglechner ist auch über die zugehörige Tankkartenfirma IQ Card Vertriebs GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverantwortung am Landesgericht Linz eröffnet worden, berichteten Creditreform, KSV1870 und AKV am Dienstag. Die Passiva betragen rund 12 Mio. Euro. Betroffen seien 400 bis 450 Gläubiger, keine Angestellten. In der Prüfungstagsatzung der beiden Stiglechner-GmbH wurden mehr als 125 Mio. Euro Forderungen anerkannt.
- Tankstellen-Knall aus OÖ: Pleite trifft auch Salzburg
- Megapleite von großem Sprit-Boss: 640 Beschäftigte betroffen
Als wesentliches Vermögen der Vertriebstochter führte der AKV Forderungen gegenüber Kunden (rund 5,75 Mio. Euro freie, 0,5 Mio. Euro zedierte, 1 Mio. Euro für noch nicht abgerechnete Betankungen) und verbundenen Unternehmen (2,75 Mio. Euro), Barvermögen, Kundenstamm sowie Daten von 5.680 Akzeptanztankstellen an. Den Gläubigern werde eine Quote von 20 Prozent, zahlbar in zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans - nicht vor Rechtskraft der Bestätigung - angeboten.
Das 2007 gegründete Unternehmen vertreibt die Tankkarte der Julius Stiglechner GmbH für gewerbliche Kunden. Nach deren Insolvenz fielen wesentliche Tankstellenumsätze weg - rund 50 Prozent des Inlandsumsatzes erfolgten über Stiglechner-Tankstellen - zudem stellten Banken die Finanzierung ein und mehrere Tankstellenketten verweigerten die Akzeptanz der IQ-Card. Die Karte ist bereits an allen Standorten deaktiviert - mit Ausnahme der BP-Tankstellen Haag am Hausruck und Eberstalzell, der IQ-Tankstellen in Liefering, Steyr und Trofoiach sowie der Eni-Tankstelle in Sillian. Dort kann weiterhin mit der Karte bezahlt werden.
122,56 bzw. 3,3 Mio. Euro Forderungen anerkannt
Am Dienstag fand auch die Berichts- und Prüfungstagsatzung in den Insolvenzverfahren der Julius Stiglechner GmbH und der Stiglechner Tankstellen GmbH - die Unternehmen werden fortgeführt - im Landesgericht Linz statt. Im Fall der Stiglechner GmbH wurden 168 Forderungen über 128,56 Mio. Euro angemeldet, 6 Mio. Euro davon bestritten, und damit ein Betrag von 122,56 Mio. Euro anerkannt, berichtete Creditreform. Zurzeit seien 43 Angestellte beschäftigt. Im Verfahren der Stiglechner Tankstellen GmbH wurden 144 Forderungen mit 7,58 Mio. Euro angemeldet, 4,25 Mio. Euro bestritten und damit 3,33 Mio. Euro anerkannt. Hier sind 476 Dienstnehmer beschäftigt.
Außerdem ist ein Insolvenzverfahren über die Petro Logistik GmbH, einen Mineralöltransporteur, der nur Stiglechner-Tankstellen beliefert hat, am Landesgericht Linz anhängig. Dieses Unternehmen soll geschlossen werden.