Enorme Unterschiede

Impf-Streit: So viele Dosen bekamen die EU-Staaten wirklich

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Enorme Unterschiede: Während Malta Ende Juni mit dem Impfen bereits fertig ist, wird in Österreich erst jeder Zweite geimpft sein.
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Der Impf-Streit in der EU geht weiter. Wie berichtet, hatte Kanzler Sebastian Kurz vor zwei Wochen moniert, dass die Aufteilung der EU-Dosen unfair sei, weil manche EU-Staaten Dosen, die andere EU-Staaten nicht kaufen wollten, aufgekauft hatten. Tatsächlich haben vor allem Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien weit weniger mRNA-Impfstoffe als andere EU-Staaten, weil sie die ihnen zustehenden Kontingente nicht ausgeschöpft und auf AstraZeneca gesetzt hatten.

Große Unterschiede

Offizielle EU-Zahlen des Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten zeigen nun, wie groß die Unterschiede innerhalb der EU tatsächlich sind. So haben Kroatien und Bulgarien etwa nur etwa 46% ihres BioNTech-Kontingents ausgeschöpft. Malta oder auch Dänemark haben hingegen voll zugeschlagen und sich zusätzliche Kontingente gesichert. Wie bereits bekannt ist, hat auch Österreich sein Kontingent nur zu 91,9 Prozent ausgeschöpft.

Die Auswirkungen der unterschiedlichen Impfstoff-Menge sind dramatisch. Während Ende Juni in Malta bereits 93,10 Prozent der Bevölkerung geimpft ist, sind es in Bulgarien erst 45 Prozent. Den EU-Zahlen zufolge werden mit Ende des zweiten Quartals in Österreich erst 50,92 Prozent der Menschen geimpft sein.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen setzte auf eine frühere Lieferung von zehn Millionen Pfizer-Biontech-Dosen (vom dritten ins zweite Quartal vorgezogen) für die EU. Kurz erreichte eine neue Verhandlung über eine Neuaufteilung.

Italien, Niederlande und Co. wehren sich gegen Wien


Kurz hoffte vergangene Woche, dass Österreich von diesen zehn Millionen 380.000 Dosen erhalten werde. Denn: Österreich hat seinen Johnson-&-Johnson-Anteil nicht ausgeschöpft und würde damit im zweiten Quartal zurückfallen.
Österreich würden jetzt 200.000 zustehen. Italien, Niederlande, Deutschland, Dänemark wollen aber nur „stark benachteiligten Staaten“ mehr Dosen geben. Dafür würden die anderen Staaten einen Teil der vorgezogenen Dosen abgeben. Die portugiesische Ratspräsidentschaft errechnete daher für Österreich 139.000 Dosen. Am späten Nachmittag wurde die Sitzung ohne Ergebnis auf heute vertagt.