"Ekelhaft"

Electric Love zieht Reißleine: Techno-DJ Carv verkündet nach Vorwürfen sein Karriere-Ende

26.02.2026

Nach den schweren Vorwürfen über Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt, die derzeit die Hard-Techno-Szene erschüttern, zieht der deutsche DJ Carv nun die Reißleine und verkündet das sofortige Ende seiner Karriere. 

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© Carv
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Die internationale Hard-Techno-Szene kommt nicht zur Ruhe. Nachdem schwerwiegende Vorwürfe gegen mehrere Künstler laut wurden, hat der deutsche DJ Carv nun die Konsequenzen gezogen und sein Karriereende verkündet. In Österreich hatte das Salzburger „Electric Love Festival“ bereits zuvor ein deutliches Zeichen gesetzt.

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Es sind Anschuldigungen von enormer Tragweite, die seit Mitte Februar die sozialen Netzwerke und die Clubkultur erschüttern. Mehreren namhaften Hard-Techno-Acts werden Machtmissbrauch, Drogenkonsum sowie sexualisierte Gewalt im Backstage-Bereich vorgeworfen. Ein Instagram-Account veröffentlichte dazu zahlreiche Berichte und Screenshots, die zwar teilweise unbestätigt blieben, jedoch eine längst überfällige Debatte über Sicherheit und die Verantwortung innerhalb der Szene befeuerten.

Salzburger Festival reagierte prompt

Noch bevor der finale Rückzug feststand, handelten die Organisatoren des Electric Love Festivals  am Salzburgring. Nach internen Prüfungen strichen sie Carv ersatzlos aus dem Line-up für den Sommer 2026. Die Begründung der Veranstalter fiel drastisch aus: „Die Dinge, die aktuell in der internationalen Szene diskutiert werden, sind absolut ekelhaft und beschämend, und es ist nicht auszudenken, wie es Opfern solcher Verbrechen gehen muss.“


 

Man habe sich intensiv mit der Faktenlage auseinandergesetzt und sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Auftritt des Künstlers nicht mehr tragbar sei. Gleichzeitig mahnte das Festival zur Differenzierung: Es gelte zu klären, was „wichtige Aufarbeitung von Verbrechen“, was ein „strukturelles Problem“ und was ein „persönlicher Fehler, aber keine Straftat“ sei.

Das Ende des Projekts „DJ CARV“

Unter seinem bürgerlichen Namen bezog der Musiker schließlich Stellung. Er räumte ein, während seiner Ehe „explizite Chats mit mehreren Frauen geführt und intime Aufnahmen versendet zu haben“. Während er betonte, es habe „keine strafrechtlich relevanten Handlungen“ gegeben, gestand er ein, „als Ehemann versagt zu haben“. Wenige Tage später folgte der totale Rückzug: „Das Projekt DJ CARV endet hier.“ Sämtliche Profile im Netz wurden deaktiviert, alle Auftritte abgesagt.


 

Ein Wendepunkt für die Szene?

Die Erschütterung reicht weit über den Fall Carv hinaus. Während internationale Schwergewichte wie Amelie Lens oder das Duo Joyhauser mehr Respekt und Sicherheit auf den Dancefloors fordern, warnen andere Stimmen wie DJ Hades vor einer „Cancel Culture ohne Beweise“.

Fest steht jedoch: Der Fall gilt als Zäsur. Zahlreiche Agenturen und Großevents wie das Electric Love kündigten an, ihre Sicherheitskonzepte und Meldeverfahren massiv zu verschärfen. Ziel sei es, präventiv sicherzustellen, dass es im „ungleichen Kräfteverhältnis zwischen prominenten Künstlern und Fans zu keinem Missbrauch kommt.“