Nach dem Ende der Ballsaison blickt die Wiener Gesellschaft nun auf das Park Hyatt, wo die erste Kunstmesse des Jahres beweist, dass der Markt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen lebendig bleibt.
Nachdem der letzte Walzerschritt der Ballsaison endgültig verhallt und das Echo der Debütantenfächer verflogen ist, kehrt in Wien normalerweise eine fast schon meditative Stille ein. Doch wer glaubte, die High Society hätte sich bereits kollektiv in den Winterschlaf verabschiedet, wurde im eleganten Ambiente des Park Hyatt eines Besseren belehrt. Dort bat die erste Kunstmesse des Jahres zum Stelldichein.
Alexander Schallenberg mit Donka Angatscheva.
Ein Glas Sekt mit Verspätung (und Durchblick)
Der Zeitplan, jenes optimistische Konstrukt der Veranstalter, sah den Sektempfang eigentlich für 18 Uhr vor. Doch wie es das Gesetz der gesellschaftlichen Schwerkraft will, entfaltete sich das volle Glitzern erst wesentlich später. Prominenz verpflichtet eben – vor allem zum Wartenlassen.
Besonders späte Gäste waren Leona König und Alexander Wrabetz. Ein dringlicher Termin beim Augenarzt hielt die Kulturförderin auf. Man möchte fast meinen, sie wollte sichergehen, dass ihr bei den bevorstehenden Meisterwerken auch nicht der kleinste Pinselstrich entgeht. Schließlich ist ein scharfer Blick in der Kunstwelt – sowohl ästhetisch als auch finanziell – das Um und Auf.
Die Crème de la Crème des Kunsthandels
In den Kojen des Hotels versammelte sich das Who-is-Who des österreichischen Kunsthandels. An die 20 Aussteller machten deutlich, dass der Kunstmarkt trotz wirtschaftlicher Wetterkapriolen keineswegs im Regen steht. Von der Galerie bei der Albertina Zetter über Sylvia Kovacek bis hin zu Reinisch Contemporary und der Schütz Art Society war alles vertreten, was Rang und Namen hat.
Künstler Alex Kiessling.
Das Auge konnte wahrlich schwelgen:
- Moderne Meister: Werke von Herbert Brandl, Gunter Damisch und dem unvergessenen Hermann Nitsch.
- Klassiker der Moderne: Von Alfons Walde bis zu den strengen Linien eines Josef Hoffmann.
- Zeitgenössische Impulse: Sabine Wiedenhofer, Enrique Fuentes und der farbgewaltige Christian Ludwig Attersee.
Effizienz als neue Avantgarde
Veranstalter Wolfgang Pelz (Art.port) zeigte sich angesichts der jüngsten Absagen anderer Kunstmessen kämpferisch und bodenständig zugleich. Sein Credo: Kosteneffizienz statt Größenwahn. „Der Kunstmarkt hat sich verändert“, so Pelz. „Man muss sparen wie überall. Wir machen viel ‚in-house‘, um jene hohen Kosten zu vermeiden, die anderen letztlich zum Verhängnis wurden.“
Es scheint, als sei das neue Erfolgsrezept im Kunstsektor eine Mischung aus kaufmännischer Nüchternheit und leidenschaftlicher Kuratierung.
Prominente Fachsimpelei
Das Interesse war dementsprechend gewaltig. Zwischen Fachgesprächen und dem Genuss des opulenten Angebots sah man unter anderem Bundeskanzler a.D. Alexander Schallenberg, der sichtlich entspannt die künstlerische Vielfalt begutachtete. Auch die „Dancing Stars“-Gewinner von 2025, Aaron Karl und Katya Mizera, bewiesen, dass sie nicht nur auf dem Parkett, sondern auch auf dem Parkett der Kunstszene eine gute Figur machen.
Kathi Stumpf und Alex Beza.
Ebenfalls gesichtet: Schauspieler Mike Galeli, Hoteldirektor Bastian Baumann sowie die Operndiva Zoryana Kushpler. Sie alle einte die Begeisterung für das Schöne, das in diesem exklusiven Rahmen besonders hell strahlte.
Aaron Karl und Franz Josef Baur.
Wer nun selbst Lust bekommen hat, in die Welt der Farben und Formen einzutauchen: Die Messe ist noch bis zum Sonntag, den 22. Februar, geöffnet.