Enttäuschung
"Leidiges Thema" – Howard Carpendale wettert gegen ESC
Howard Carpendale (80) blickt auf eine jahrzehntelange Weltkarriere zurück und füllt nach wie vor mühelos die ganz großen Hallen – wie zuletzt die Wiener Stadthalle oder am 20. Juli 2026 die Seebühne Mörbisch. Doch während der Altmeister im Interview mit oe24 über sein bevorstehendes Open-Air-Konzert im Burgenland sprach, ging es auch um ein anderes Thema: den Eurovision Song Contest.
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„Sehr leidiges Thema“: Carpendale schießt gegen den Song Contest
Angesprochen auf das Mega-Event, das alljährlich Millionen vor die Bildschirme lockt, reagierte der Schlagerstar überraschend kühl und distanziert. Für ihn persönlich sei der ESC ein „sehr leidiges Thema“. Er habe zwar nicht die vollen vier Stunden vor dem Fernseher verbracht, aber immer wieder mal reingeschaut – nur um festzustellen, dass sich im Grunde nichts geändert habe.
Während er dem Publikum den Spaß an der gigantischen TV-Show zwar gönne, stellt der Entertainer unmissverständlich klar, dass er selbst niemals an diesem Wettbewerb teilgenommen hätte – und das auch in der Vergangenheit strikt abgelehnt hat. Der Grund für seine harte Haltung sickert schnell durch: Hinter den Kulissen des Spektakels wittert der Musiker offenbar weit mehr Kalkül als echte Kunst. Über die genauen Hintergründe und die Entwicklungen rund um den Contest werde im Moment einfach „viel zu viel gelesen“, so Carpendale, der die gesamte Veranstaltung letztlich als eine „reine politische Entscheidung“ abtut. Den Auftritt von Sarah Engels beim ESC bezeichnet der Altmeister kurz und schmerzlos als „nicht ideal“.
Große Sorge um die Musikbranche und Vorfreude auf Mörbisch
Die Kritik am ESC fügt sich nahtlos in Carpendales generelle Skepsis gegenüber der modernen Musiklandschaft ein. Der Sänger sieht die gesamte Branche in einer „sehr gefährlichen Situation“ und warnt davor, dass die deutsche Musik durch das Übermachte von internationalen Streaming-Giganten regelrecht aussterbe.
Trotz seines Frusts über den Zustand der Musikwelt freut sich der Routinier aber umso mehr auf das direkte, unverfälschte Erlebnis mit seinen Fans in Mörbisch. Auf der Seebühne wolle er den Fokus statt auf künstliche Perfektion und politische Spielchen lieber auf das legen, was ihn seit jeher ausmacht: absolute Authentizität, große Emotionen und eine lockere Sommerstimmung am Wasser. Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Star nach dem Konzert im Burgenland allerdings nicht – noch in der Nacht geht es im Auto zurück nach München, um dem dichten Tagesverkehr auf den Autobahnen zu entgehen.