Politisches Parkett

Neuer ESC-Eklat: Schwedens Felicia fordert Ausschluss Israels

08.03.2026

Ein politisches Statement der schwedischen ESC-Vertreterin Felicia gegen die Teilnahme Israels hat jetzt für Wirbel gesorgt und eine offizielle Beschwerde des israelischen Senders KAN bei der EBU nach sich gezogen. 

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Während sich Wien als Gastgeberstadt auf ein glanzvolles Musikfest im Mai vorbereitet, ziehen dunkle politische Wolken über dem Eurovision Song Contest 2026 auf. Eine pointierte Stellungnahme der schwedischen Vertreterin Felicia hat eine hitzige Diskussion über die Teilnahme Israels entfacht und den israelischen Staatsfunk auf den Plan gerufen.

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„Schwer, sich auf eine Musikparty zu konzentrieren“

Die schwedische Sängerin Felicia fand deutliche Worte bezüglich der israelischen Präsenz beim diesjährigen Wettbewerb. In einem viel diskutierten Statement kritisierte sie die Teilnahme des Landes scharf und verwies auf das aktuelle Weltgeschehen. „Eigentlich denke ich nicht, dass sie dabei sein sollten. Das ist alles. Es geschehen gerade so viele Morde, daher halte ich es für falsch. Es ist schwer, sich auf eine Musikparty zu konzentrieren, wenn es so viel Leid gibt“, so Felicia wörtlich.

Diese Aussage bricht mit der traditionellen Neutralität, die viele Künstler im Vorfeld des Wettbewerbs wahren, und trifft den ESC an seinem empfindlichsten Punkt: dem strikten Verbot politischer Botschaften. 

KAN kontert: Beschwerde bei der EBU angekündigt

Die Reaktion aus Jerusalem ließ nicht lange auf sich warten. Der israelische Staatsender KAN (Israeli Public Broadcasting Corp) kündigte umgehend an, eine offizielle Beschwerde bei der EBU (European Broadcasting Union) gegen die Äußerungen der Schwedin einzureichen.

Die Leitung von KAN stellte unmissverständlich klar, dass man an der unpolitischen Natur der Veranstaltung festhalten wolle. Der Sender hält strikt an der Politik fest, den Eurovision Song Contest außerhalb jeglicher politischer Debatten zu führen. Der Fokus müsse laut KAN ausschließlich auf der Musik liegen.

 


 

Ein schwieriger Spagat für die Veranstalter

Für die EBU und den ORF als austragenden Sender in Wien bedeutet dieser Schlagabtausch eine zusätzliche Belastungsprobe. Die Organisation ist seit jeher bemüht, den ESC als völkerverbindendes, rein künstlerisches Event zu inszenieren. Doch die Realität der internationalen Politik macht auch vor der Bühne der Wiener Stadthalle nicht halt. Es bleibt abzuwarten, wie die EBU reagiert und welche Konsequenzen das für die schwedische Teilnehmerin hat.