Neue CD nach Politik
Marco Pogo: „Muss jetzt nicht mehr auf Befindlichkeiten achten!"
29.04.2026Nach dem jähen Ende der Bierpartei legt Marco Pogo jetzt wieder mit Turbobierlos. Am 1. Mai kommt das neue Album „Das Leben ist ein Oaschloch“. Als Einstimmung spricht er auf oe24 über die neuen Hits, Punk, Politik, Schlager und die Causa Seiler.
„Das Leben ist ein Oaschloch“ – gewagtes Punk-Revival für Marco Pogo. Nach dem jähen Ende seiner Polit-Karriere mit der Bierpartei legt er jetzt wieder mit Turbobier los. Am 1. Mai kommt das neue Album, das man am Tag der Arbeit auch gleich mit der Bootsfahrt „Traumschiff Turobier“ feiert. im Dezember folgen gleich 7 Österreich-Konzerte. Im oe24-Interview spricht Pogo über…
… „Das Leben ist ein Oaschloch": Das kann jeder unterschreiben. Das Leben kann ein Arschloch sein, es kann aber auch sehr schön sein. Als gebürtiger Wiener und gelernter Österreicher ist man ja das Granteln ein bisschen gewohnt und „Das Leben ist ein Oaschloch“ ist vielleicht auch so ein Vorausgranteln. Die kurze Zeit, die wir auf dieser Erde sein dürfen, die sollte man doch möglichst mit Gaude, Freude und mit Spaß füllen. Sonst ist das Leben ja nur hart. Nur ein Arschloch. Wir geben zumindest den möglichen positiven Ausweg aus dem ganzen Schlamassel.
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… mögliche Zensur: Die Angst, dass uns Ö3 wegen dem Titel boykottiert, habe ich nicht, denn Turbobier entwickelt sich seit vielen Jahren derart am Mainstreamradio vorbei, dass das schon ein Gütesiegel ist.
… das Veröffentlichungsdatum: Das ist fast der größte Witz, der uns jemals passiert ist. Wir haben gesehen, dass Tag der Arbeit diesmal auf einen Freitag fällt. Das ist das perfekte Datum, weil ich habe ja noch nie gearbeitet.
… das „Traumschiff Turbobier“: Die Tubobier-Fans pilgern zur Salztorbrücke, setzen sich mit uns in ein Schiff und wir tuckern damit über den Donaukanal. Es gibt ein paar Songs unplugged und vielleicht darf ich auch mal lenken und nicht nur einschenken.
… den Schlagerhit „Sternderlzeit“: Das ist ein Turboschlager. Eine satirische Abhandlung von ganz großen Schlager-Hits: Nuschelrock. Das steht auch fix auf der Setlist für die nächste Tour als Rausschmeißer: Wenn wir "Sternderlzeit" spielen, sind die Leute dann froh, dass sie einen Grund haben zu gehen. Oder sie wollen noch mehr und wir müssen noch ein paar Schlager-Nummern machen, was ich für uns nicht hoffe. Aber eines verspreche ich: Wenn „Sternderlzeit “ Platz 1 der Single Charts erreicht, wovon ich ausgehe, dann kommt vielleicht noch ein nächster Schlager-Song. Dazu schiele ich damit auch schon auf den Amadeus in der Kategorie Schlager. Frau Naschenweng würde es verkraften, wenn den nächstes Jahr wir kriegen.
… Punk: Das ist nichts Optisches, das ist eine Grundlebenseinstellung. Die bleibt natürlich in mir. Die macht mir Freude, das zu tun, auf das man Lust hat. Und das zu sagen, was man sich denkt. Auch ein Schlagersong ist Punk.
… Politik: Das ist mein erstes Album nach der Polit-Karriere. Und da schreibt es sich auch ein bisschen freier, muss ich sagen. Da kann man einfach sich auf das besinnen, um was es eigentlich geht und muss nicht so viel auf Befindlichkeiten achten.
… den Song Contest: Jetzt kommt eine Politikerantwort: Sag niemals nie. Ich hoffe, es bleibt uns allen erspart, dass Turbobier antreten. Oder das gibt es wohl nur, wenn Cosmo gewinnt. Dann wird mich der ORF sofort anrufen, weil sie hundertprozentig sicher gehen wollen, dass wir den Scheiß nicht noch einmal gewinnen. Ich finde es aber superleiwand, dass der Song Contest wieder in Wien stattfindet. Es ist ein toller Event, der die Diversität aufzeigt und der zur Völkerverständigung beiträgt.
… die Causa Seiler: Juristisch scheint der Fall abgehandelt. Man muss aber sagen, dass die Häufigkeit in welcher Gewalt in jeder Form an Frauen publik wird, beängstigend ist. Ich glaube, es liegt an allen und vor allem an den Männern, dass man die Männer, die Gewalt ausüben, und das beginnt bei verbaler Gewalt, sexueller Gewalt, digitaler Gewalt, körperlicher Gewalt, in die Schranken weist. Es ist jeder angehalten, der davon etwas mitbekommt, sei es jetzt auf der Straße beim Wirten oder im Fußballverein, das aufzuzeigen.
… die Tour: Bei Turbobier kann man 90 Minuten das Hirn durchlüften. Herrlich. 90 Minuten. Alles mehr wäre Arbeit! Und die lehne ich ja schon seit vielen Jahren kategorisch ab. Und deshalb kommt ja auch unser neues Album am Tag der Arbeit, Eben weil ich das Arbeiten so ablehne und weil ich es einfach so lustig finde. Es gibt ja auch noch den Tag der Fahne. Da kommt dann das nächste Turbobier-Album. Das kündige ich hiermit schon an, obwohl noch keine Note dafür geschrieben ist
Pogo mit oe24-Reporter Thomas Zeidler-Künz
…Chart-Erwartungen: Die Charts sind zum Glück für eine Band wie Turbobier völlig irrelevant. Weil wir durch diese jahrelange Knochenarbeit des endlosen Tourens eine starke Community hinter uns stehen haben, denen das auch relativ wurscht ist. Wenn es passiert, freuen wir uns sehr, aber es bestimmt nicht unseren weiteren Werdegang.
Interview: Thomas Zeidler-Künz