Garten-Guide

Gärtnern im Takt der Natur: Wann Sie wirklich säen, pflanzen und ernten müssen

07.03.2026

Der phänologische Kalender nach Carl von Linné orientiert sich nicht an Daten, sondern an der Natur. Blühbeginn von Pflanzen, Fruchtreife & Laubfall gliedern das Jahr in zehn Phasen. 

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

1 VORFRÜHLING

Ende Februar. Saisonstart: An den ersten milderen Tagen kündigt die Blüte der Hasel den nahenden Wandel in der Natur an. Schneeglöckchen durchbrechen als frühe Boten den noch kalten Boden und setzen helle Akzente in Gärten und Parks. Diese Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Jetzt beginnt auch die Aussaat auf der Fensterbank: Paprika, Chili und Tomaten keimen im Warmen. Der Vorfrühling endet mit der gelben Blüte der Salweide.

© Getty Images

2 ERSTFRÜHLING

Mitte/Ende März. Die Sträucher treiben sichtbar aus, an Birken und Kastanien zeigen sich die ersten zarten Blätter, Forsythien leuchten weithin gelb und frisches Grün überzieht Hecken und Wiesen. Die Sonne gewinnt an Kraft, und das Leben kehrt in die Natur zurück. Jetzt ist daher die richtige Zeit für den Rosenschnitt. Gemüsebeete werden vorbereitet, robuste Arten wie Radieschen, Spinat, Karotte und Kartoffeln können direkt gesät werden. Der Garten erwacht nun mit Schwung.

3 VOLLFRÜHLING

Mitte/Ende April. Apfelbäume stehen in üppiger Blüte und tauchen den Garten in Weiß und Rosa. Flieder duftet, Bienen summen geschäftig durch die warme Luft. Kastanienbäume beginnen zu blühen, Eiche und Hainbuche bekommen nun Blätter. Späte Fröste sind kaum noch zu erwarten. Ab jetzt dürfen Tomaten, Kürbis und andere wärmeliebende Pflanzen ins Freie. Das Wachstum beschleunigt sich deutlich, und die Beete schließen sich zu einem dichten Grün.

4 FRÜHSOMMER

Mitte/Ende Mai. Wenn der Holunder seine weißen Dolden zeigt, dann hat der Frühsommer begonnen. In den Getreidefeldern blüht der Klatschmohn, Rosen entfalten ihre Blüten, das Laub zeigt sich kräftig und voll. Die Tage sind lang, und erste Erdbeeren reifen in der Sonne. Im Gemüsegarten beginnt jetzt die Ernte von Salaten und frühen Kulturen. Regelmäßiges Lockern des Bodens bewahrt die Feuchtigkeit. Alles wächst nun sichtbar von Tag zu Tag – die schönste Zeit des Jahres hat begonnen.

© Getty Images

5 HOCHSOMMER

Mitte Juni. Blühende Linden verströmen ihren Duft, Felder schimmern goldgelb im Licht. Die Temperaturen erreichen ihren Höhepunkt, Gewitter bringen gelegentlich Abkühlung. Tomaten beginnen sich zu färben, Zucchini tragen reichlich. Jetzt prägen Ernte, Bewässerung und Pflege den Alltag. Der Garten zeigt sich in seiner kraftvollsten und zugleich auch empfindlichsten Phase.

6 SPÄTSOMMER

Anfang August. Wenn Heidekraut und Herbstanemone blühen, geht der Sommer langsam zur Neige. Die Sonne steht noch hoch, doch das Licht wirkt bereits weicher. Sonnenblumen leuchten, Äpfel und Birnen reifen für die Ernte heran und die ersten Zwetschgen färben sich dunkel. Im Gemüsegarten können die abgeerntete Flächen nun neu bestellt oder für die Herbstsaaten vorbereitet werden.

7 FRÜHHERBST

© Getty Images

Ende August. Morgendlicher Tau liegt auf den Wiesen, die giftige Herbstzeitlose setzt farbige Akzente, Holunderbeeren glänzen dunkel. Kürbisse, Kartoffeln und Zwetschgen sind erntereif. Die Nächte werden frischer, das Licht klarer. Jetzt beginnt die Pflanzzeit für Gehölze, und Blumenzwiebeln kommen in die Erde. Die Natur bereitet sich langsam auf den Wandel vor.

8 VOLLHERBST

Ende September. Ahorn und Buche leuchten in wunderschönen Gelb-und Rottönen, Kastanien fallen zu Boden. Blätter tanzen durch die klare, kühle Luft. Späte Apfelsorten werden geerntet, Nüsse gesammelt. Der Garten richtet sich nun auf die kommende Ruhephase ein. Empfindliche Pflanzen erhalten Schutz, während Stauden und Gräser noch einmal Struktur und Farbe zeigen.

9 SPÄTHERBST

Anfang November. Neblige Morgen und kurze Tage prägen nun das Bild der Natur. Die meisten Bäume haben ihr Laub verloren, nur Immergrüne setzen Akzente. Die Vegetationszeit ist beendet, Wachstum kaum noch sichtbar. Gartenbeete werden geräumt, letzte Arbeiten abgeschlossen. Mit anhaltenden Frösten endet die Vegetationszeit und damit das phänologische Jahr.

10 WINTER

© Getty Images

Ende November. Ruhe liegt über dem Garten, Frost oder Schnee bestimmen das Bild. Immergrüne Gehölze geben Struktur, frostharte Gemüse können geerntet werden. An milden Tagen empfiehlt sich ein prüfender Blick auf Bäume und Sträucher – unter der Erde bereitet sich bereits neues Leben vor. Der phänologische Winter umfasst nach dem Naturwissenschaftler Carl von Linné die Zeit zwischen dem Ende der Vegetationsperiode und dem Beginn des darauf folgenden Vorfrühlings. 

Weitere Artikel