Wut der Vulkan-Opfer

15.000 Österreicher im Ausland gestrandet

19.04.2010

In ÖSTERREICH erzählen Gestrandete vom Übernachten im Notbett und Mehrkosten von 700 Euro.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Die Wienerin Susanne und ihr 14-jähriger Sohn Rupert sitzen fest. Aus ihrem achtstündigen Zwischenstopp in Hongkong wurde mittlerweile ein vier Tage langer Zwangsaufenthalt. Alles, was die lächelnde Asiatin am Lufthansa-Schalter den über 4.000 wartenden Reisenden mitteilt, ist: „Sorry, this is your problem.“

Tausende sitzen fest.
„Hier spricht keiner Deutsch. Wir müssen uns alle vier Stunden am Flughafen melden, so kommen nur Flughafenhotels in Frage. Mittlerweile wollen sie 800 Euro, damit wir bleiben dürfen. Unser Ticket wurde für Verfallen erklärt und man hat uns jetzt für dritten Mai eingebucht.“

Wie Susanne sitzen derzeit bis zu 15.000 Österreicher im Ausland fest. Die Vulkanwolke hat sie zu Obdachlosen in einem fremden Land gemacht. Wie Julia (18) aus Wien: „Es gibt keine Flüge nach Berlin. Nun muss ich warten, bis billige Züge fahren. Hätte ich keine Bekannten in Berlin, wüsste ich nicht weiter. Langsam bin ich mit meinen Kräften am Ende.“

Erste Gestrandete in Ö.
Weil seit Montag früh der Luftraum über Österreich wieder geöffnet ist, kommen die ersten Gestrandeten wieder zurück. Sie sind hundemüde, abgekämpft und haben Wut im Bauch.

„Wir mussten gestern am Flughafen Rom am Notbett schlafen. Alle Bankomaten waren aus, wir hatten kein Bargeld mehr“, sagen Werner und Michael aus Südtirol zu ÖSTERREICH. Sie haben eine Odyssee hinter sich. „Die Fluglinie hat sich nicht um uns gekümmert. Es gab überhaupt keine Informationen. Das ist eine Frechheit. Das Schlimmste ist, die Airline hat weiter Tickets verkauft und uns Wartende gar nicht beachtet“, klagt Werner.

700 Euro Mehrkosten.
Oft müssen die Gestrandeten selbst tief in die Tasche greifen. Peter und Silvia saßen zwei Tage in Barcelona fest. „Der Rückflug war am Samstag, da war schon gesperrt. Jetzt haben wir um 700 Euro im Hotel verlängern müssen. Ich bin gespannt, wer uns das ersetzt“, sagt Silvia.

Kleiner Trost: Auch viele Politiker sitzen fest. Innenministerin Maria Fekter hat eine 48-Stunden-Odysssee hinter sich, Staatssekretär Reinhold Lopatka fuhr 1.000 Kilometer von Madrid nach Wien ... (prj)

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel