Steiermark & Kärnten

Bundesheer bei zwei Waldbränden im Einsatz

26.04.2026

Derzeit kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen zwei Waldbrände in Österreich. Während der Wind die Flammen nördlich von Graz befeuern, gibt es beim Waldbrand im Kärntner Lesachtal leichte Entspannung.

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Das Bundesheer unterstützt seit Freitag die Löscharbeiten der Feuerwehren und den Hunderten Einsatzkräften beim Waldbrand im Lesachtal und seit gestern auch die Waldbrandbekämpfung in der Steiermark. Eingesetzt sind Hubschrauber der Typen Leonardo AW169, S-70 Black Hawk und Agusta Bell 212 sowie ein Tanklöschfahrzeug. 

In Kärnten transportierten die Luftstreitkräfte in rund 45 Flugstunden bereits mehr als 616 Tonnen Wasser und Material ins Einsatzgebiet. Allein die 564.750 Liter Löschwasser entsprechen rund 3.700 vollen Badewannen oder etwa 141 Tanklöschfahrzeugen. Dazu kamen mehr als 51 Tonnen Material.

In der Steiermark, am Mühlbacherkogel, war ein Hubschrauber des Typs Agusta Bell 212 im Einsatz. In rund fünf Flugstunden brachte er 20.550 Liter Löschwasser zum Brandgebiet.

"Mehr als 616 Tonnen an Wasser und Material in Kärnten zeigen, welchen Beitrag unsere Luftstreitkräfte leisten. Entscheidend ist die enge Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Behörden, damit die Hilfe rasch dort ankommt, wo sie gebraucht wird", sagt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Wind befeuert Waldbrand nördlich von Graz

Der Waldbrand nördlich von Graz bei Eisbach-Rein (Bezirk Graz-Umgebung) hat sich in der Nacht auf Sonntag von rund sieben Hektar Fläche am Abend aufgrund des starken Windes auf nun 40 bis 50 Hektar ausgebreitet. Am Sonntag standen rund 350 Feuerwehrleute im Einsatz, auch ein Hubschrauber war in der Früh bereits an Ort und Stelle. Der Einsatz weiterer Hubschrauber wird organisiert, teilte der Bereichsfeuerwehrverband mit.

Wie die Polizei berichtete, wurde der Brand am Samstag von einer Wanderin bemerkt, die auch gleich Alarm schlug. Noch bevor die ersten Feuerwehren eintrafen, breiteten sich die Flammen wegen des Windes rasch aus. Am Samstag waren 140 Feuerwehrleute und zwei Hubschrauber im Einsatz. Der Löscheinsatz gestaltete sich wegen des unzugänglichen Geländes schwierig. Trotzdem wurde noch am Samstag zu Löschversuchen aus der Luft auch ein Angriff am Boden begonnen. Unterstützt wurde der Einsatz auch von Polizeidrohnen.

© BFVGU

Ermittlungen zur Brandursache

Bei den Erhebungen zur Brandursache trafen die Beamten mehrere Forstarbeiter im Nahbereich des Brandes an. Hinweise auf eine konkrete Brandursache gab es zunächst aber nicht. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, das betroffene Gebiet um den Mühlbachkogel großräumig zu meiden, um die Einsatzkräfte nicht zu behindern und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. 

Leichte Entspannung bei Waldbrand im Kärntner Lesachtal

Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich in der Nacht auf Sonntag nicht weiter ausgebreitet. Die Lage habe sich etwas entspannt, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor am vierten Tag des Brandes mit. Die Löschmannschaften wurden auf 360 Feuerwehrleute von 36 Feuerwehren aufgestockt. An Ort und Stelle sind auch 60 Kräfte des Katastrophenhilfsdienstes aus dem Bezirk Spittal an der Drau. Unterstützt wurde der Löscheinsatz von sieben Hubschraubern.

© APA/FLORIAN JOST

Am Samstag waren 280 Feuerwehrleute bis in die Abendstunden im Löscheinsatz gewesen, unterstützt wie am Sonntag von vier Polizeihubschraubern und drei Hubschraubern des Bundesheeres. Nachdem sich der Brand in der Nacht auf Samstag auf 110 Hektar ausgebreitet hatte, gelang es seither, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. "An den Flanken konnte bereits mit der anstrengenden und schweißtreibenden Glutnesterbekämpfung durch Bodenkräfte begonnen werden", berichtete Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann am Abend.

Feuerwehrmann mit verletzter Hand

Ein Feuerwehrmann hatte sich am Samstag an der Hand verletzt. Er wurde nach der Erstversorgung mit der Rettung in das Bezirkskrankenhaus Lienz in Osttirol gebracht, wo er ambulant behandelt wurde. Am Sonntag standen sechs Sanitäter des Roten Kreuzes für Notfälle vor Ort bereit. Die Straße durch das Lesachtal blieb auch am Sonntag zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau gesperrt.

© APA/FF FÖROLACH

Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP) besuchte am Samstagnachmittag das Lesachtal, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Am Sonntagvormittag ist eine Pressekonferenz mit Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) und Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin geplant.

© APA/LM MATTHIAS WARMUTH

Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal war am Donnerstag ausgebrochen. Aufgrund der Trockenheit breiteten sich die Flammen zunächst rasch aus. Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen zur Brandursache. Was das Feuer ausgelöst hat, war noch völlig unklar.