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Friedhofskillerin (14) in U-Haft auf Krankenstation
26.02.2026Die tatverdächtige Jugendliche - einer zugewanderten kurdischen Familie aus dem Irak - machte bei der Anhörung vor dem Gericht keine weiteren Angaben zur Tat. Ihre geschockte Mutter und eine Anwältin (das Mädchen hat mittlerweile zwei Verteidigerinnen) waren bei der Anhörung anwesend.
Wien. Das Landesgericht Wien hat Donnerstag am frühen Nachmittag Untersuchungshaft über jene 14-Jährige verhängt, die am Montagnachmittag eine ältere Frau auf dem Wiener Friedhof Baumgarten mit einem Taschenmesser mit mindestens fünf Messerhieben in Hals und Kopf erstochen haben soll, verhängt. Wie Christina Salzborn, Sprecherin des Landesgerichts, am Donnerstag erklärte, sei als Grund Tatbegehungsgefahr geltend gemacht worden.
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Mädchen im Verhör: "Habe keine Gefühle mehr"
Laut Salzborn waren eine Verteidigerin sowie die Mutter bei der Anhörung vor dem Gericht anwesend. Zur Einschätzung der Zurechnungsfähigkeit des Mädchens sei ein Gutachter bestellt worden. Die unter Obsorge der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) stehende 14-Jährige - die unter einer massiven psychischen Erkrankung wie Borderline oder gar Schizophrenie leiden soll und deshalb unter schwerer Medikation in einer sozialpsychiatrischen WG der Jugend- und Sozialhilfe lebte - war in der Vergangenheit immer wieder in stationärer sowie ambulanter Behandlung wegen Eigengefährdung gewesen. Aus noch nicht geklärter Ursache schlug die Autoaggression am Montag in Mordgedanken um - entweder hatte sie die Tabletten abgesetzt oder Drogen zu sich genommen, nach der Tat wollte sie nur eine Zigarette und beklagte sich bei der Einvernahme wörtlich darüber, keine Gefühle mehr zu haben.
Zur Unterstützung hat sich die anwaltliche Vertretung der 14-Jährigen, Mag. Dominique Perl, laut oe24-Infos mit der bekannten Strafverteidigerin Astrid Wagner zusammengetan - beide sind zum derzeitigen Zeitpunkt zu keiner Stellungnahme bereit.
Das in Österreich geborene Mädchen (der Vater, ein Iraker, ist nach der Flucht nach Wien hier verstorben) war auf dem Friedhof in Wien-Penzing am Montag gegen 17.30 Uhr auf eine ihr völlig unbekannte Wienerin (64), die am Familiengrab trauerte, mit einem Klappmesser losgegangen. Eine Reanimation des Opfers scheiterte. Die psychisch kranke Jugendliche wurde später von der Polizei in der sozialpsychiatrischen WG, in der sie seit November lebte, als dringend Tatverdächtige festgenommen. Sie hatte Blut an Händen und Kleidung und das Messer bei sich. Sie war laut MA 11 vorher nie polizeilich wegen Straftaten in Erscheinung getreten und dürfte das Opfer zufällig ausgewählt haben. Die Jugendliche soll vor der Tat laut APA-Informationen jedoch zehn Tabletten eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels aus der Gruppe der Benzodiazepine genommen haben.
Kein Mordprozess gegen die 14-Jährige
Derzeit liegt das Mädchen in der JA Josefstadt auf der Krankenstation - in einem Einzelzimmer und aufgrund von extremer Suizidgefahr streng überwacht. Das Anwaltsteam mach sich inzwischen dafür stark, dass der Teenager die U-Haft in vorläufiger Anhaltung in einem Spezialspital für psychisch Erkrankte (etwa in Hietzing) verbringt. Alles sieht danach aus, dass es zu keinem Mordprozess kommt, sondern dass schließlich nur über eine Einweisung auf die Forensik verhandelt werden könnte. Dort könnte sie solange unterbracht werden, bis sie psychische gesundet ist und keine Gefahr mehr von ihr ausgeht.
Es gilt die Unschuldsvermutung.