In die Justizanstalt Josefstadt überstellt wurde jenes mordverdächtige Mädchen, das am Baumgartner Friedhof wie aus dem Nichts eine trauernde Wienerin (64) mit einem Taschenmesser attackierte und mehr als fünf Mal auf die Frau einstach. Das Opfer verblutete. Der Teenie gestand.
Wien. Warum die 14-Jährige, die in einer sozialpsychiatrischen WG nahe des Friedhofs untergebracht ist, über eine am Grab ihrer Familie trauernde alleinstehende 64-Jährige herfiel und ihr immer und immer wieder in Hals und Kopf stach, ist nach wie vor ungeklärt - im Verhör mit den Kriminalisten hat sie die Tat zugegeben und dass sie jemanden töten wollte, doch warum ist weiterhin die große Frage.
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Blutspuren zeigen, wo das Massaker stattgefunden hat.
Fest steht bisher nur, dass die Jugendliche, die seit Herbst nicht mehr in die Schule ging und nach massiven Selbstverletzungen mit dem Messer von ihrer Mutter zur Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien gebracht wurde, zuletzt eigentlich auf einem guten Weg gewesen sein soll. Sie habe laut oe24-Infos alle therapeutischen Angebote in der WG und in der Tagesklinik angenommen und habe sich auch nicht mehr "geritzt". Aufgrund einer diagnostizierten psychischen Erkrankung nahm der Problem-Teenager laut MA 11-Sprecherin Ingrid Pöschmann "viele schwere Medikamente". Der Verdacht: Das Mädchen könnte sie abgesetzt haben oder mit Alkohol extrem verstärkt haben, was die enorme und massive Aggression nicht mehr gegen sich selbst - sondern gegen andere - erklären könnte.
Leiche fotografiert und Screenshots hochgeladen
Ausgeschlossen wurde nach erster Analyse und Durchsicht ihres Handys, dass sie fremdbestimmt durch ein "White Tiger"-Gruppe gleichsam in die Bluttat gehetzt wurde, unklar ist dagegen weiter, warum sie die Leiche fotografiert bzw. gefilmt hat und Screenshots oder eine Sequenz per Snapchat hochgeladen und verbreitet hat. Snapchat-Inhalte werden nach dem Ansehen gelöscht, es sei denn, sie wurden gespeichert, dann werden sie in der Regel nach 24 Stunden entfernt.
Wie oe24 erfuhr, wurde die Tatverdächtige mittlerweile aus dem Polizeigewahrsam an die Justiz übergeben, ob die Beschuldigte dort in U-Haft kommt oder aufgrund durchaus gegebener Suizidgefahr und eben ihrer psychischen Erkrankung in einer psychiatrischen "Außenstelle" der Justiz - etwa im Krankenhaus Hietzing untergebracht und dort die Untersuchungshaft verhängt wird, ist noch offen. Wie berichtet drohen der strafmündigen 14-Jährigen laut Jugendstrafrecht sechs bis 10 Jahre Haft plus einer eventuellen streng kontrollierten Einweisung.