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Affären

"Schande": Protest gegen Rosenkranz vor Burschenschafter-Ball

Dass Nationalratspräsident Walter Rosenkranz erneut beim rechten Akademikerball auftritt, sorgt für Wirbel im Parlament.

Walter Rosenkranz ist beim umstrittenen Akademikerball in der Hofburg ein altbekannter Gast: 2023 hielt er die Eröffnungsrede - und auch heuer wird der Nationalratspräsident „Teil der Eröffnungszeremonie“ sein, wie Ballorganisator Udo Guggenberger vom „Österreichischen Pennälerring“ gegenüber oe24 erklärt. Das bedeutet jedenfalls, dass Rosenkranz mit den Ehrengästen einziehen wird, auch Grußworte des zweithöchsten Mannes im Staat seien möglich, fix sei das aber noch nicht. Eine Rede werde Rosenkranz allerdings definitiv keine halten, wie sein Sprecher betonte.

Sabine Schatz

Sabine Schatz. 

© APA/HELMUT FOHRINGER

Trotzdem ist die Aufregung groß, gilt doch der Ball als Vernetzungstreffen der rechten bis rechtsextremen Szene in Europa. Die SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz kritisiert Rosenkranz scharf: „Der Akademikerball steht seit Jahren für ein Milieu, das deutschnationales und rechtsextremes Gedankengut verharmlost. Wer als Nationalratspräsident eine überparteiliche und verbindende Rolle innehat, darf solchen Veranstaltungen nicht durch seine Anwesenheit Legitimität verleihen“, sagt sie. „Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich tagtäglich für Demokratie, Menschenrechte und eine lebendige Erinnerungskultur einsetzen.“

Grüne sprechen von „Schande“

Hammer

Lukas Hammer (Grüne).

© APA

Auch der Grüne Lukas Hammer ist empört: „Die Veranstaltung ist seit jeher kein harmloser Tanzabend, sondern ein internationales Vernetzungstreffen von extremen Rechten, Neonazis und Anti-Demokraten. Wenn sich dort Figuren wie Alexander Dugin oder Martin Sellner mit FPÖ-Granden die Klinke in die Hand geben, ist klar: Das ist kein Folkloretermin, sondern ein politisches Signal, dass die FPÖ offen mit der extremen Rechten kooperiert. Rosenkranz beweist mit seinem regelmäßigen Antanzen beim Akademikerball einmal mehr, dass er für das Amt des Nationalratspräsidenten untragbar ist. Das ist unwürdig und eine Schande für die Republik.“

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