Messer-Täter

Wer ist der irre Obdachlosen-Killer von Wien?

© Viyana Manset Haber
Eine genaue Beschreibung des Obdachlosen-Hassers gibt es bisher nicht.
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Wien. Drei Messerattacken auf Obdachlose innerhalb von vier Wochen schockieren derzeit Wien. Von dem Täter oder den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Vorgehensweise in allen drei Fällen ist beinahe identisch: Die Opfer waren zum Tatzeitpunkt draußen auf der Straße, alle drei erlitten schwere Schnitt- und Stichverletzungen. Das letzte Opfer konnte aufgrund seines kritischen Zustandes noch nicht vernommen werden. Der 55-Jährige wurde in der Nacht auf Mittwoch schwer verletzt am Hernalser Gürtel aufgefunden. Ein Ungar (56) überlebte die Attacke eines Unbekannten am 12. Juli nicht, er wurde erstochen auf einer Parkbank in Brigittenau gefunden. Am 22. Juli wurde eine 51-jährige Obdachlose im Venediger-Au-Park in der Leopoldstadt im Schlaf attackiert, sie überlebte schwer verletzt.

Fahndung. Die Polizei sieht bei den Vorfällen Parallelen, die Fahndung nach einem möglichen Serientäter läuft auf Hochtouren. Entsprechende Einrichtungen für Obdachlose wurden in Gesprächen sensibilisiert. Menschen, die auf der Straße leben, haben Angst. Der Andrang auf Schlafplätze in Einrichtungen ist groß.

Psychiaterin: "Täter wollte Macht ausüben"

Eine Beschreibung des Angreifers gibt es bisher nicht, um wen es sich bei dem Täter handeln könnte, ist unklar. Eine Einschätzung gibt Gerichtspsychiaterin Sigrun Roßmanith. „Er dürfte sich gezielt wehrlose Menschen aussuchen, um Macht auszuüben.“ Ein anderer Grund für diese Gewaltausübung könnte dafür sprechen, dass der Täter Obdachlose als minderwertig betrachtet und sie deshalb attackiert.

Sicher ist auch nicht, ob es sich um einen oder mehrere Angreifer handelt. „Es muss nicht unbedingt nur ein Täter sein. Es könnte sich auch um beispielsweise eine Gruppe von Jugendlichen handeln, die sich gemeinsam wehr- und ahnungslose Menschen auf der Straße aussuchen, um ihre Stärke zu demonstrieren“, so Roßmanith. Einen ähnlichen Fall gab es bereits in der Steiermark. Dort standen Jugendliche wegen versuchten Mordes an einer Obdachlosen vor Gericht.

Drei Jugendliche traten auf Obdachlose ein

Ihre Gewalttaten hielten die jungen Männer auf Video fest.

Die Tatverdächtigen vor Gericht in Leoben. © APA/KARIN ZEHETLEITNER

Leoben. Ein Teenie-Trio musste sich Ende Juli vor einem Geschworenengericht in Leoben wegen Mordversuchs an einer Obdachlosen verantworten. Die beiden 19-Jährigen und ein 17-Jähriger hatten eine ehemalige Wirtin, die in Kapfenberg auf der Straße lebt, mehrmals brutal angegriffen. Bei ihrer ersten Attacke trat einer der Jugendlichen der Frau, die sie unter einer Brücke entdeckt hatten, in den Rücken, sodass sie ins Wasser fiel. „Das hat so gut getan“, soll der Teenie danach gesagt haben, sodass das Trio die Frau wieder aufsuchte. Bei einem weiteren Angriff beschimpften, urinierten, schlugen und traten sie auf das wehrlose Opfer ein, das sie zuvor aus dem Schlaf gerissen hatten. Auch bei zwei weiteren Malen griffen die Jugendlichen die Frau auf brutale Weise an. Alle ihre Taten wurden auf Video festgehalten. Der psychiatrische Gutachter bescheinigte allen Angeklagten eine „nachhaltige“ psychische Störung und attestierte ihnen „ein hohes Maß an Gefährlichkeit“.