Tierwohl gefährdet
Gefährlicher Trend: Schwarzarbeit in der Tierbetreuung boomt
Immer mehr Privatpersonen bieten auf Online-Plattformen an, Haustiere zu betreuen. Oft fehlt ihnen jede Ausbildung, Erfahrung oder rechtliche Grundlage, was für Halter und Tiere zum ernsthaften Problem werden kann. "Illegale Plattformangebote gefährden Tierwohl und faire Arbeitsbedingungen", so Elisabeth Mannsberger, Berufsgruppensprecherin der Wiener Tierbetreuer in der Wirtschaftskammer Wien. Sie sieht die Branche unter Druck. Viele dieser Anbieter arbeiten ohne Gewerbeberechtigung und umgehen alle gesetzlichen Vorgaben. Seriöse Tierbetreuer, die mit Fachwissen und unter tierschutzrechtlichen Regeln arbeiten, geraten dadurch wirtschaftlich ins Hintertreffen.
Für Tierhalter kann es im Ernstfall richtig teuer werden. Wenn bei einem Unfall oder im Krankheitsfall etwas passiert, bleiben sie oft auf den Kosten sitzen. Die Versprechen von geprüfter Betreuung oder angeblichem Versicherungsschutz halten oft nicht stand. "Diese Angaben finden sich meist nur in fremdsprachigen AGBs und entpuppen sich als leere Versprechen", so Mannsberger.
560 geprüfte Tierbetreuer in Wien
Viele Plattformen haben ihren Sitz im Ausland und entziehen sich nationalen Kontrollen. Das macht es für Kunden schwer, sich abzusichern. Wer sich auf scheinbar günstige Angebote einlässt, riskiert die Gesundheit seines Tieres. "Wir brauchen mehr Bewusstsein dafür, dass professionelle Tierbetreuung mehr ist als Tierliebe", so Mannsberger.
Derzeit arbeiten rund 560 Tierbetreuer gewerblich in Wien. Sie sind ausgebildet, tierschutzkonform und rechtlich abgesichert tätig. "Unsere Betriebe sind zuverlässig und sorgen für das Wohl von Tier und Mensch", so Mannsberger. Sie empfiehlt allen Tierfreunden, sich vor der Wahl eines Betreuers genau zu informieren. Im Online-Firmenverzeichnis der Wirtschaftskammer Wien sind geprüfte Anbieter leicht zu finden.