"Sicherheit stärken"

Hilferuf aus Margareten - Nächster Bezirkschef fordert mehr Polizei

29.05.2026

Nach Favoriten, Floridsdorf und Meidling hallt jetzt auch durch Margareten ein Hilfeschrei nach mehr Polizei. 

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© APA/EXPA/STRINGER
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Die Sorgen im Bezirk wachsen spürbar, da der öffentliche Raum zunehmend von unschönen Begleiterscheinungen der Großstadt geprägt wird. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) schlägt nun Alarm und stellt sich demonstrativ hinter seine Amtskollegen aus Favoriten, Floridsdorf und Meidling. Der Ruf nach einer Aufstockung der Sicherheitskräfte wird damit immer lauter. 

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"Die Margaretner Polizei leistet hervorragende Arbeit. Gleichzeitig ist klar: Gute Polizeiarbeit braucht ausreichend Personal. Wer Sicherheit in der Nachbarschaft stärken will, muss auch die Polizei vor Ort stärken“, betont Luxenberger. 

Hotspots am Gürtel und bei Öffi-Stationen

Besonders der dicht verbaute 5. Bezirk leide unter spezifischen Hotspots, die den Anrainern schon lange ein Dorn im Auge sind. Die Problemzonen erstreckten sich unter anderem entlang des Gürtels, rund um den Matzleinsdorfer Platz sowie im Bereich einzelner U-Strab-Stationen. Dort kommt es im Alltag immer wieder zu Vorfällen, die direkt mit dem Handel und dem Konsum von Drogen verknüpft sind. "Diese Themen brauchen konsequente Polizeipräsenz, professionelle Sozialarbeit, klare Zuständigkeiten und ein gemeinsames Vorgehen aller zuständigen Stellen“, so Luxenberger. 

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Die soziale Dynamik in diesen Grätzeln erfordere allerdings nicht nur repressive Maßnahmen durch die Exekutive, sondern verlangt nach einem vernetzten Ansatz. Es gehe darum, soziale Arbeit und polizeiliches Einschreiten so zu koordinieren, dass nachhaltige Verbesserungen für das gesamte Wohnumfeld spürbar werden. Die bloße Verlagerung der Kriminalität in die nächsten Seitengassen soll damit unterbunden werden.

Gefahr in den eigenen vier Wänden und auf den Straßen

Ein besonderer Schwerpunkt muss laut Luxenberger auch auf Maßnahmen gegen häusliche Gewalt gelegt werden. Statistisch gesehen wird jede vierte Frau in Österreich Opfer von Aggressionen in der Partnerschaft. Margareten nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und engagiert sich stark in Projekten zur Nachbarschaftshilfe, um betroffenen Frauen und Kindern schnelle Unterstützung zukommen zu lassen. Dennoch braucht es auch in diesem sensiblen Feld eine gut geschulte und personell ausreichend besetzte Polizei, die im Ernstfall sofort eingreifen kann und den Opferschutz konsequent durchsetzt.

Auch bei der Verkehrssicherheit brauche es ausreichend Ressourcen für Kontrollen und Prävention. In Margareten geht es dabei unter anderem um Raserei, gefährliches Verhalten im Straßenverkehr, Schulwegsicherheit sowie die Einhaltung bestehender Regeln durch Radler sowie Lenker von Autos, E-Scootern und E-Mopeds. "Viele gefährliche Situationen lassen sich nur dann reduzieren, wenn Regeln sichtbar kontrolliert werden. Dafür braucht es genug Personal", betont Luxenberger.

Politischer Druck auf das Innenministerium

Da die SPÖ auf Bundesebene gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung sitzt, nimmt der grüne Bezirkschef die SPÖ-Spitze jetzt in die Pflicht. "Sicherheit ist eine zentrale staatliche Aufgabe. Ich erwarte mir von der SPÖ, dass sie nicht nur fordert, sondern den Regierungspartner ÖVP und das zuständige Innenministerium dazu bringt, Maßnahmen zu setzen", so Luxenberger. Er sagte, die Bezirke dürfen nicht allein gelassen werden.