Streit mit Schmied

Chaos beim Lehrer-Streik vorprogrammiert

© oe24

120.000 Lehrer nehmen nächste Woche während der Unterrichtszeit an Dienststellenversammlungen teil, um gegen Mehrarbeit zu protestieren.

Zur Vollversion des Artikels

Genau in einer Woche werden Lehrer erstmals de facto streiken. Im ganzen Land kommen am 12. März rund 120.000 Pädagogen zu „Dienststellenversammlungen“ zusammen. Die Lehrer werden über die Lage im Streit um zwei Stunden unentgeltlicher Mehrarbeit informiert. Für etwa 1,2 Millionen Schüler bedeutet das: Sie müssen an diesem Tag für einige Stunden nicht in die Schule gehen. Die Details:

  • Erste beiden Stunden an AHS entfallen: 20.000 AHS-Lehrer werden in den ersten beiden Stunden ihre Versammlungen abhalten. In einzelnen Schulen könnten es aber auch die 5. und 6. Stunde sein. 204.000 Schüler und ihre Eltern sind davon betroffen.
  • BMHS-Streik in der Früh. Auch in von den 21.000 Lehrern an Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen wird in den ersten beiden Stunden „gestreikt“.
  • Pflichtschulen uneins. In den Pflichtschulen ist die Lage komplizierter: In Wien ist ab 11 Uhr unterrichtsfrei, in den Ländern werden die Termine noch verhandelt.


Hier klicken: Dieses Geheimpapier sorgt für Aufregung

„Streik“ verschoben
Der Grund für die Unterschiede: Während bei den AHS jede Schule eine eigene Dienststelle ist, sind bei den Pflichtschulen viele Schulen in einer Dienststelle zusammengefasst. Deshalb müssen die Lehrer zur Versammlung anreisen. Zudem muss oft ein Saal für die vielen Lehrer angemietet werden. Die Folge: In Kärnten musste der Termin auf Montag, 16. März verschoben werden. Ab 10.30 Uhr wird für die Pflichtschüler hier frei sein.

Eltern „empört“
Für die Eltern führen die Dienststellenversammlungen zu gewaltigen Problemen. Viele sind berufstätig und müssen Betreuung organisieren. Der Bundesverband der Elternvereinigungen an mittleren und höheren Schulen zeigte sich „empört“ über die „Drohungen der Gewerkschaft“.

Nur erster Schritt
FSG-Lehrervertreter Herbert Modritzky verteidigt sich: „Dieses Problem gibt es bei allen Streiks. Wenn Frächter streiken, dann gibt es auch keine Waren. Wir machen das aber so schonend wie möglich.“

525 Millionen fehlen
ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon sieht die gesamte Schuld bei Bildungsministerin Claudia Schmied: „Sie hat dem Budget zugestimmt, und jetzt kommt sie drauf, dass sie mit dem Geld nicht auskommt. Wir erwarten von ihr, dass sie eine Lösung mit den Betroffenen sucht.“

Schmieds Konter: Entweder die Regierung führe die Anhebung der Lehrerarbeitszeit durch, oder Finanzminister Pröll erhöhe eben das Budget. Die Ministerin meinte gestern, ihr fehlen insgesamt bis inklusive 2010 525 Millionen Euro – davon 180 für das heurige Jahr, 345 für das kommende. Das Geld sei etwa für Miete und Ausstattung nötig.