Ferien-Aus
Deutsch zu schlecht: Tausende müssen in Sommerschule
24.05.2026Während andere ihre Ferien genießen, heißt es für viele Kinder in Österreich auch heuer wieder: zurück ins Klassenzimmer. Für tausende Schüler ist der Besuch der Sommerschule erstmals sogar verpflichtend.
Wie der ORF berichtet, verzeichnet die Sommerschule heuer deutlich mehr Teilnehmer als noch im vergangenen Jahr. Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden bisher rund 48.200 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Ein großer Teil besucht das Angebot freiwillig, doch für viele gibt es keine Wahl: Rund 14.300 Kinder müssen verpflichtend teilnehmen, vor allem jene in Deutschförderklassen.
- Pflegekrise in Niederösterreich: 860 Millionen Euro – und es wird noch teurer!
- Niederösterreich-Integrationskodex: "Keine Wiener Verhältnisse"
- Werte-Studie: Emmerling will Eltern in Pflicht nehmen
Pflicht statt Ferien
Neu ist heuer, dass die Sommerschule für bestimmte Gruppen erstmals verpflichtend eingeführt wurde. Betroffene Kinder verbringen die letzten beiden Ferienwochen im Unterricht, um Sprachdefizite aufzuholen. Zusätzlich nehmen knapp 34.000 Schüler freiwillig teil. Laut Ministerium dürften die Zahlen sogar noch steigen, da noch nicht alle verpflichtenden Anmeldungen vollständig erfasst wurden.
Wien führt Statistik an
Besonders stark genutzt wird die Sommerschule derzeit in Wien. Dort wurden bereits rund 13.700 Kinder registriert, darunter mehrere tausend Pflichtteilnehmer. Auch Niederösterreich und Oberösterreich zählen zu den Bundesländern mit besonders hohen Teilnehmerzahlen.
Die Sommerschule war ursprünglich während der Corona-Pandemie eingeführt worden, um Lernrückstände auszugleichen. Inzwischen wird das Angebot auch von Kindern genutzt, die freiwillig zusätzlich lernen möchten.
Genug Lehrer gefunden
Entspannung gibt es zumindest bei den Lehrkräften. Zuletzt war diskutiert worden, Lehrer möglicherweise zu verpflichten, falls sich nicht genügend Freiwillige melden. Dazu dürfte es nun aber nicht kommen: Mehrere tausend Personen haben sich bereits für den Unterricht in den Ferien gemeldet, darunter aktive Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und Pensionisten.