Pressekonferenz
FPÖ tobt über "gestohlene Stimmen"
03.03.2026Bei der Pressekonferenz der FPÖ zum einjährigen Regierungsjubiläum setzt es harte Angriffe und Lob für Oberblauen Herbert Kickl, der etwas "Einzigartiges" gemacht habe. Die ÖVP und die NEOS schießen zurück.
"Die Bilanz der Regierung sieht man, wenn man einen Blick auf die Stromrechnung oder den Kassazettel wirft", sagt FPÖ-General Michael Schnedlitz am Dienstag. Es sei nichts besser geworden unter der ÖVP-SPÖ-NEOS-Regierung.
Doch kein "Volkskanzler"
"Unser Land rast auf den Abgrund zu und die drei streiten sich, wer mehr Gas geben darf", sagt Schnedlitz. Er tobt über "gestohlene Stimmen" nach der Nationalratswahl, weil die Menschen sich einen "Volkskanzler" Herbert Kickl gewünscht hätten. Doch der habe dann etwas "Einzigartiges" gemacht. Er habe auf die Kanzlerschaft verzichtet, weil es mit der ÖVP nicht gegangen wäre. Laut Berichten nahm Kickl nur 8 Stunden am Verhandlungstisch Platz.
Heute Abend kommt es im ORF zum Duell: Erst spricht die Ampel-Regierung im Lang-Interview, danach zieht FPÖ-Boss Kickl in der ZIB2 Bilanz.
"72% der Österreicher sind der Meinung, dass dieses Land in die falsche Richtung geht"
Schnedlitz zitiert dann eine verheerende Umfrage für die Regierung: "72% der Österreicher sind der Meinung, dass dieses Land in die falsche Richtung geht." Es sei Zeit, dass nach "diesem verlorenen Jahr" etwas passiert, fordert er Neuwahlen.
Wer 50.000 Euro im Jahr 2020 am Sparbuch hatte, der hat stark verloren. "Von den 50.000 Euro sind nur noch 35.000 Euro da, wenn man die Kaufkraft beachtet", trommelt Schnedlitz. Jedes Unternehmen, das Pleite gehe, sei eines zuviel. Mit Arbeit könne man sich kaum mehr etwas aufbauen, sagt der FPÖ-General und stellt bei der Regierungskritik das Top-Thema Nummer Eins der Österreicher klar in den Vordergrund: Die hohe Teuerung.
ÖVP schießt zurück
Wenig später hieß es aus der ÖVP: "Die Volkspartei übernimmt Verantwortung, während die FPÖ vor ihr flüchtet." Man wolle sich die Attacken nicht gefallen lassen, sagte der Generalsekretär der Volkspartei, Nico Marchetti.
"Wer sich vor der Verantwortung drückt, sollte den Ball flachhalten. Das gilt insbesondere für die Vertreterinnen und Vertreter der FPÖ. Denn diese Tage ist es nicht nur ein Jahr her, dass die neue Bundesregierung ihre Arbeit für die Österreicherinnen und Österreicher aufgenommen hat. Es ist auch kaum mehr als ein Jahr her, dass der FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl Angst vor der eigenen Courage bekommen und den Regierungsbildungsauftrag zurückgelegt hat", tönt Marchetti.
Blaue "Schönwettertruppe"
„Wenn die FPÖ wirklich – so wie sie gerne behauptet – alles so viel besser wüsste und könnte, wäre sie im Februar vergangenen Jahres nicht vor der Verantwortung geflohen. So einfach ist die Gesamtlage zu bewerten", meint Marchetti und bezeichnet die FPÖ als eine "Schönwettertruppe, die immer nur dann bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wenn die Zeiten ohnehin einfach sind. Und Herbert Kickl versteckt seinen Unwillen, Verantwortung zu übernehmen, ja nicht einmal."
Die NEOS sprechen ihrerseits von einer "Kickl-Chaostruppe" und das Österreich "sicher keine Putin-hörige EU-Zerstörertruppe" brauche.