"Lieber Flintenschorsch"

Gerald Grosz: Sein Mail an Georg Dornauer

© TZOe Artner, APA (Fotomontage)
Polit-Blogger und oe24-Kolumnist Gerald Grosz schaltet sich in die Diskussion um die Beziehung von Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer zur italienischen Rechtspolitikerin Alessia Ambrosi ein.
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Lieber Flintenschorsch,

Sie sind ein echt cooler Typ, eine geile Socke. Nein, wirklich! „Scheiß da nix, fehlt da nix“, sagt meine liebe Monika Gruber in solchen Fällen. Und Sie scheißen sich wirklich nichts. Erinnerlich ist noch Ihr Porsche-SUV, über dessen Rückbank Sie für alle sichtbar Ihre Schrotflinte drapierten und ein für alle Mal klarstellen, dass mit Ihnen der Porsche- und Flintensozialismus in Tirol Einzug hält.

Oder Ihre knallharten Sprüche Richtung Wien und die damalige SPÖ-Vorsitzende Pamela Joy Rendi-Wagner. Da zeigten Sie allen, wo der Tiroler Hammer hängt. Frechheit siegt, dachten Sie sich auch, als Sie nach verlorener Wahl als Drittplatzierter und um einige Stimmen beraubt das Amt des Landeshauptmann-Stellvertreters einfach an sich rissen. Da merkte man: Bischt a Tiroler, bischt a Mensch. Bischt ka Tiroler, bischt a Weichei.

Und seitdem beglücken Sie die Tiroler Täler mit Hochglanzfotos, auf denen Sie über die gewachste Ledercouch ganz lässig ihre Beine strecken. Der hat es geschafft, denken sich viele. Zigarren fehlen noch, mein lieber Schorschi. Und dann verbreiteten Sie geschickt über die Social Media Kanäle Ihrer neuen Freundin die frohe Botschaft, dass Sie sich nun mit einer gewissen Alessia Ambrosi, einer waschechten Italienerin mit Sophia Loren Reizen, verlobt haben. Da ging selbst dem Goldenen Dachl, und wahrscheinlich nicht nur dem, das Herz auf.

Natürlich legten Sie, rein formell, darauf wert, dass man Ihr Privatleben respektieren sollte um mit geilen Knutschfotos zu Ferragosto mit der Italo-Schönheit am Strand der Schönen und Reichen nachzulegen. Gegen Sie, Schorschi, verblasst selbst Pamela Joy im Austerntopf von St. Tropez. Alessia Ambrosi lässt sich sehen. Vermeintliche Neofaschistin in der Tradition Benitos. Benito hätte auch eine Enkelin gehabt, aber die ist dann doch schon ein wenig verstaubt.

Sie taugen mir. Nun haben Sie es den verhärmten linken Feministinnen, den klapprigen Omas gegen Rechts, der verstunkenen Sozialistischen Jugend, den mausgrauen Gewerkschaftern aber vor allem Ihrem aufgedunsenen Vorsitzenden aus Traiskirchen gezeigt. Sozialismus kann auch geil sein. Wie schon einst Basti mit seinem Geilomobil schaffen Sie den Spagat zwischen Politik und Lifestyle. Und ich denke mir beim Anblick Ihrer Vita: Endlich haben wir wieder einen neuen Grasser. Inklusive Italoschönheit und Fotos von den mondänen Stränden der großen weiten Welt.