Politik-Analyse

30 Sekunden: Die wahren Hintergründe von Trumps Iran Krieg

01.03.2026

Eine Analyse von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel: Warum Trump zuschlug. Und was das Ziel der Operation "brüllender Löwe" ist

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In weniger als 30 Sekunden lag alles in Schutt und Asche. Darunter begraben: einer der schlimmsten Tyrannen der letzten Jahrzehnte - Ayatollah Khamenei. Mit dem Paten des Terrors und obersten geistlichen Führer des Iran stirbt fast seine gesamte Führungsriege – etwa auch der Kopf der gefürchteten Revolutionsgarde, Mohammad Pakpour.

Es ist Samstag, 9.40 Uhr Ortszeit Teheran, als israelische Bomben an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig detonieren und 40 führende Figuren des Mullah-Regime für immer auslöschen.

Geheimdienstlicher Triumph: In 30 Sekunden fallen 40 Mullah-Köpfe

Es ist ein geheimdienstlicher Triumph der „Operation Roaring Lion“ (brüllender Löwe), die die USA und Israel am Samstag gestartet haben.

Eine Operation, die als Ziel habe „die Demonstranten zu unterstützen“, wie US-Präsident Donald Trump und der israelische Premier Benjamin Netanjahu es sagen. Übersetzt: Die USA und Israel geben der Opposition militärische Schützenhilfe, um das Mullah-Regime von innen heraus zu stürzen. Seit Dezember demonstrierten zigtausende Iraner gegen das Mullah-Regime. Über 30.000 sollen auf Befehl Khameneis getötet worden sein. Brüllender Löwe - der Löwe war Teil der monarchisch persischen Fahne, ist wohl mit Bedacht gewählt.

Nach über zwei Monaten Zögern und diplomatischen Verhandlungen entschied Trump letztlich doch einzugreifen. Davor hatte er mit allen Betroffenen der Region – von den Golfstaaten bis Jordanien – mit allen geredet.

Wien-Treffen: USA wiegen Iraner in falscher Sicherheit

Nicht nur Israels Premier Benjamin Netanjahu soll darauf gedrängt haben, die historische Chance zu nutzen, sondern auch der Kronprinz von Saudi-Arabien Mohammed bin Salman. Laut israelischen und US-Quellen fiel die Letzt-Entscheidung tatsächlich erst am Freitag, nachdem klar wurde, dass die Mullahs die „Abrüstungsgespräche überhaupt nicht ernst meinten“.

Khamenei fühlt sich sicher. Nach den Gesprächen in Genf sollte es weitere Verhandlungen in Wien geben. Er fühlt sich so sicher, dass er am Samstag aus seinem unterirdischen Bunker nach oben kommt. Sein letzter fataler Fehler.

Israels Auslands-Geheimdienst, Mossad, soll das iranische Regime bereits seit langem infiltriert haben. Der CIA verstärkte in den vergangenen Monaten ihre Aktivitäten in Teheran. Der israelische Sicherheitsapparat hat sich laut WSJ in Apps des iranischen Militärs gehackt und ruft diese auf zu desertieren.

Sturz der Regimes oder Bürgerkrieg 

Zum ersten Mal seit der islamischen Revolution von Ayatollah Khomenei 1979 würde es eine theoretische Chance geben, dieses Regime, das zigtausende im Iran und weltweit töten ließ, zu kippen. Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs, würde bereitstehen. Ihn unterstützen freilich vor allem Exil–Iraner und die Intelligenzia in den iranischen Städten. Aber auch das Risiko eines Bürgerkrieges – gerade am Land gibt es viele Unterstützer der Mullahs – sei gegeben, warnen Experten.

Das wissen freilich auch Trump und Netanjahu, die weiter sämtliche Raketenstützpunkte der Mullahs ausschalten und ihr Atomprogramm um Jahrzehnte zurückwerfen wollen. Ob am Ende Freiheit für die unterdrückten Iraner steht, ist derzeit nicht abschätzbar. Aber selbst wenn das Regime nicht stürzt, wird es auf längere Zeit nicht mehr für so viel Schrecken in der Region sorgen können.