Unweit des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ im Hafen von Abu Dhabi ist am Sonntagmittag eine Mullah-Rakete im Meer eingeschlagen. An Bord befindet sich nach oe24-Informationen auch mindestens eine österreichische Familie.
Die militärische Eskalation in der Region hat nun auch den internationalen Tourismus direkt erreicht. Während das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ im Hafen Port Zayed in Abu Dhabi vor Anker lag, schlug in unmittelbarer Nähe eine Rakete im Wasser ein. Hintergrund sind offenbar iranische Angriffe auf US-Stützpunkte in der Umgebung.
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Ein Notfall-Alarm
Gegen 16:30 Uhr wurden die rund 3.500 Passagiere durch einen Notfall-Alarm auf ihren Mobiltelefonen aufgeschreckt. Die Anweisung der Crew war eindeutig: Alle Gäste sollten sich umgehend im schiffseigenen Theater versammeln. Derzeit gibt es keine Informationen darüber, wann und wie das Schiff den Hafen sicher verlassen kann.
Bisher ist unklar, ob bei dem Einschlag Personen verletzt wurden oder ob das Schiff selbst Schäden davongetragen hat. Die Hafenbehörden und Tui Cruises haben sich noch nicht detailliert zur weiteren Vorgehensweise geäußert.
Österreicher betroffen
Im Hafen auf einem Schiff befinden sich nach oe24-Informationen auch Österreicher, die Angst um ihr Leben haben. oe24 liegt ein E-Mail vor, in dem die Österreicher in Abu Dhabi sich über einen Bekannten in Österreich u.a. an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wenden.
"Jede Verzögerung gefährdet unser Leben"
Die Mail ist ein verzweifelter Hilferuf: "Sehr geehrte Frau Außenministerin Beate Meidl Reisinger, wir befinden uns mit vier Personen in Abu Dhabi, Hafenbereich, auf einem Schiff eingeschlossen. Es gibt laufende Drohnen- und Raketenangriffe. Vor 15 Minuten gab es einen Einschlag nur 300 m Luftlinie entfernt. Unsere Leben sind akut in Gefahr. Die österreichische Botschaft ist nicht erreichbar, internationale Kontakte ebenfalls. Wir versuchen seit 48 Stunden, Hilfe zu bekommen, bisher ohne Ergebnis. Die Registrierung im Konsularregister wurde mehrfach durchgeführt, vor Ort erfolgt keine Unterstützung. Wir fordern sofortige Anweisungen und Evakuierung. Jede Verzögerung gefährdet unser Leben. Bitte unverzüglich Rückruf oder Antwort."
Verzweiflung und Angst
Peter Westenthaler hatte telefonisch Kontakt mit der Familie und berichtet, dass sich bis dato niemand bei den betroffenen Österreichern in Abu Dhabi gemeldet habe. Die Familien seien völlig verzweifelt.
"Bisher keine Unterstützung, kein Kontakt, kein Anruf"
Peter Westenthaler: "Auf diesem Schiff im Hafen von Abu Dhabi sitzen auch mehrere österreichische Familien fest. Ich habe soeben mit einer telefoniert. Sie mussten bereits mehrere Luftalarme und Raketen-Einschläge unmittelbar neben dem Schiff miterleben. Sie versuchen verzweifelt, Kontakt zum österreichischen Außenministerium aufzunehmen. Bisher keine Unterstützung, kein Kontakt, kein Anruf, absolut NICHTS seitens des österreichischen Außenministeriums!"
Erklärung des Außenministeriums
In einer Erklärung des österreichischen Außenministeriums heißt es: "Nach wie vor kommt es in der gesamten Region zu militärischen Auseinandersetzungen. Der Krisenstab im Außenministerium ist heute wieder zusammengekommen. Oberste Priorität bleibt die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Wir bewerten die Entwicklungen laufend." Weiter wird erklärt: "Das #TeamBMEIA steht mit den registrierten österreichischen Staatsangehörigen in der Region in Kontakt. Wir haben unser Team verstärkt, um alle Österreicherinnen und Österreicher per SMS erreichen zu können. Aufgrund der hohen Anzahl an Neuregistrierungen in den letzten Stunden kann es jedoch zu Verzögerungen kommen." Und weiter: "Unsere oberste Priorität in der Betreuung gilt momentan Personen, die eine dringende medizinische Betreuung brauchen."