OÖ-Schnitt 1,9 Grad

Fluss Krems 3,86 Grad wärmer als in den 1980ern

Er kommt zu einer Verschiebung der Fischregionen und Veränderungen bei Artenzusammensetzung. 

. Die oberösterreichischen Fließgewässer haben sich in den vergangenen 40 Jahren stark erwärmt. Das zeigt eine am Mittwoch von Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) präsentierte Studie. Im Schnitt stiegen die Wassertemperaturen in diesem Zeitraum um 1,9 Grad Celsius. Spitzenreiter waren die Krems bei Kremsmünster mit plus 3,86 Grad und die Feldaist in Kefermarkt mit 3,26 Grad. Bis 2050 ist aus heutiger Sicht mit einer weiteren Erwärmung von rund 1,2 Grad zu rechnen.

Analysiert wurden die Daten, die von 1984 bis 2023 an 61 Pegelstellen erfasst worden waren. In nahezu allen Gewässerabschnitten wurde eine signifikante Erwärmung festgestellt. Im Schnitt lag die jährliche Zunahme zwischen 0,03 und 0,06 Grad Celsius, summiert auf die Jahrzehnte kann dies mehrere Grad ausmachen. Besonders stark erwärmt haben sich die Gewässer im Alpenvorland und im Mühlviertel, während alpine Regionen weniger stark betroffen waren.

Veränderungen bei Artenzusammensetzung

In tiefer gelegenen Regionen nimmt dadurch der Lebensraum für sensible Arten ab. Nicht immer können sie in kühlere, flussaufwärts gelegene Abschnitte abwandern. Besonders empfindlich sind kaltwasserliebende Fischarten wie Bachforelle und Äsche, die niedrige Temperaturen und einen hohen Sauerstoffgehalt brauchen. Die Folge der Erwärmung sind eine Verschiebung der Fischregionen und Veränderungen in der Artenzusammensetzung.

Kaineder verwies in einer Pressekonferenz am Mittwoch auch auf den "Zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel", wonach die Erwärmung im globalen Vergleich in Österreich überdurchschnittlich schnell voranschreite - seit 1900 wurde es um rund 3,1 Grad wärmer. Das wirke sich auch auf die Gewässer aus, wo die hohen Temperaturen zu weniger Sauerstoff und Artensterben führen würden. Die Studie belege, dass Investitionen in die Gewässerökologie und Anstrengungen zur Renaturierung notwendig seien, so Daniela König, Direktorin der Direktion Umwelt- und Wasserwirtschaft beim Land Oberösterreich. Gegensteuern könne man u.a. mit Beschattungen, mehr Bäumen an den Ufern, Rückzugsmöglichkeiten für Fische, der Förderung des Austausches mit dem kühleren Grundwasser und der Wiederherstellung der Durchgängigkeit etc.

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