Ex-Teamchef
Vor der WM: Klinsmann geht auf Deutschland los
29.04.2026Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann kritisiert die scharfe Kritik an WM-Gastgeber USA und der FIFA. Er fordert stattdessen vollen Fokus auf den Fußball und mehr Respekt vor dem Gastland.
In einem aktuellen Interview mit der „Funke Mediengruppe“ nimmt der 61-jährige Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann zur hitzigen Debatte um das WM-Gastland USA und den Fußball-Weltverband FIFA Stellung. Dabei spricht er neben der schlimmen Verletzung seines Sohnes vor allem über die aus seiner Sicht völlig deplatzierte Vorverurteilung der Vereinigten Staaten.
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Kritik aus dem heimischen Sessel
Klinsmann, der selbst seit langer Zeit in Nordamerika lebt, bemängelt die aktuelle Haltung vieler Beobachter. „Wir haben leider die Tendenz entwickelt, andere Länder zu beurteilen, obwohl wir sie in Wahrheit gar nicht kennen. Wir spielen uns auf als oberster Richter der Welt“, hält der Ex-Nationalspieler fest. Auch wenn er die bestehenden Probleme sieht und Verständnis für die Kritik zeigt – etwa an den explodierenden Kosten für Tickets, Unterkünfte und öffentliche Verkehrsmittel, den innenpolitischen Unruhen oder dem Krieg des Co-Gastgebers gegen den Iran –, bricht er eine Lanze für seine Wahlheimat. Er empfiehlt allen Fans, das Land selbst zu bereisen. Von der Couch aus zu urteilen, störe ihn massiv, denn Amerika sei trotz der derzeitigen Herausforderungen nach wie vor ein großartiges Land.
Katar als warnendes Beispiel
Mit Blick auf das anstehende Turnier in den USA rät Klinsmann der deutschen Nationalmannschaft dringend davon ab, sich erneut politisch zu positionieren. Er erinnert dabei an die Weltmeisterschaft in Katar vor vier Jahren, als sich die Spieler auf dem Mannschaftsfoto vor dem Japan-Spiel aus Protest gegen das One-Love-Verbot der FIFA demonstrativ die Münder zuhielten. Diese Geste bewertet er rückblickend als absolut respektlos gegenüber dem damaligen Gastgeber.
Fokus rein auf den Sport
Für ihn war schon im Vorfeld der Partie in Katar absehbar, dass das Turnier „brutal in die Hose gehen wird“. Klinsmann hofft inständig, dass aus dieser Erfahrung gelernt wurde. Sein Erfolgsrezept für einen gelungenen Wettbewerb ist unmissverständlich: Wer gesellschaftspolitische Themen pausenlos diskutiere, werde am Ende nicht Weltmeister. Der Respekt für die Gastgeber und die reine Konzentration auf den Fußball müssten wieder oberste Priorität haben.