Triumph
Russell gewinnt Kanada-Sprint und holt Pole
23.05.2026George Russell hat am Samstag den spannenden Formel-1-Sprint in Montreal gewonnen und sich wenig später auch die Poleposition für den Grand Prix von Kanada gesichert.
Der Vorjahressieger aus Großbritannien triumphierte im kurzen Rennen knapp vor Weltmeister Lando Norris im McLaren und seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli, mit dem er sich einen emotionalen Positionskampf geliefert hatte. Im Qualifying blieb Russell im letzten Versuch knapp vor Antonelli (+0,068 Sek.).
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Russell geht beim Grand Prix am Sonntag (22.00 Uhr/live ServusTV, Sky), für den kalte Temperaturen und auch Regenschauer prognostiziert sind, vor dem WM-Spitzenreiter ins fünfte Saisonrennen. Der 19-jährige Italiener hatte zuletzt dreimal die Pole geholt und mit drei Rennsiegen in Serie auch den Ton angegeben. In der WM-Gesamtwertung liegt der Teenager nach dem Sprint nun 18 Punkte vor Russell. Das McLaren-Duo Norris und Oscar Piastri sicherte sich die zweite Startreihe, Max Verstappen kam nicht über Rang sechs hinaus.
Wolff: Sprint war "gutes Kino"
"Das war schon gutes Kino. Das Rennen war eine sehr gute Lerngeschichte, wie wir es machen wollen und wie nicht", betonte Mercedes-Boss Toto Wolff nach dem Rad-an-Rad-Duell seiner zwei Schützlinge bei Sky. "Du kannst nicht erwarten, einen Löwen im Auto zu haben und einen Welpen außerhalb", ergänzte der Wiener mit Blick auf Antonelli, der sich zuvor nach zwei ambitionierten Überholmanövern per Funk mehrfach über seinen Teamkollegen echauffiert hatte.
Mercedes hatte im Sprint eigentlich alles im Griff, durch das Duell der beiden "Silberpfeile" erbte Norris aber den zweiten Platz. "Man sieht, wie schnell man einen Vorsprung aufgibt, wenn man hart miteinander kämpft", sagte Wolff. Für den 54-Jährigen wurden auch Erinnerungen an das Stallduell von Lewis Hamilton mit Nico Rosberg wach, die am Höhepunkt ihrer Rivalität auch kollidierten. "Mein Learning ist, dass wir es früher einbremsen müssen und wir uns nicht öffentlich darüber beschweren."
Russell und Antonelli diplomatisch
Bei der Pressekonferenz nach dem Sprint war zwischen Russell und Antonelli aber wenig böses Blut zu spüren. "Es war ein guter, harter Kampf. Respekt an Kimi, dass er es probiert hat", sagte der Brite nach seinem zweiten Sprint-Sieg der Saison. "Ich glaube nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe. Es gab auch keine Untersuchungen, das sagt genug."
Antonelli wollte sich die TV-Bilder noch einmal ansehen, gab aber zu, dass er bei seinem zweiten Versuch zu optimistisch gewesen sei. "Es war hartes Racing und wir hatten beide Glück, dass wir nicht kollidiert sind. Wir werden das klären und dann wird alles gut sein", sagte der WM-Leader. Hinter Antonelli belegte Piastri den vierten Platz vor dem Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Verstappen musste sich mit Rang sieben begnügen.
Fast-Kollision zwischen den Silberpfeilen
Zuvor waren die mit vielen Upgrades zum Circuit Gilles-Villeneuve gekommenen "Silberpfeile" auf der Strecke erstmals in dieser Saison aneinandergeraten. Zwar erwischten Russell und Antonelli anders als zuletzt einen sehr guten Start und fuhren der Konkurrenz problemlos davon, doch in der 6. von 23 Runden krachten die Stallrivalen fast zusammen. Antonelli versuchte sich an einem Überholmanöver, gegen den hart aber fair verteidigenden Russell musste der 19-Jährige aber aufs Gras ausweichen. Kurz darauf kam Antonelli bei einem weiteren Überholversuch wieder von der Strecke ab - es folgten wütende Funksprüche.
"Das war sehr unartig", monierte Antonelli, der bei seinem übermotivierten Ausritt eine Position an Norris verloren hatte. "Das muss eine Strafe geben", forderte der Teenager. Wolff musste beruhigend eingreifen. "Kimi, konzentriere dich aufs Fahren und nicht aufs Beschweren am Funk", äußerte der Mercedes-Teamchef. In der Folge drehten Russell, Norris und Antonelli mit wenig Abstand ihre Runden. Russell blieb an der Spitze fehlerlos und fuhr seinen insgesamt dritten Sprint-Erfolg nach Hause, dahinter misslang ein weiterer Überholversuch Antonellis gegen Norris. Nach der Zieldurchfahrt musste Wolff ein weiteres Machtwort an Antonelli richten: "Wir besprechen das intern, nicht am Funk", sagte er.