Wegen Hisbollah

Gegenseitiger Beschuss an israelischer Grenze zum Libanon

07.03.2024

Die israelische Armee hat am Donnerstag nach eigenen Angaben Stellungen der Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon beschossen.

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Artillerie und Kampfjets hätten die Orte unter Feuer genommen, von denen aus Israel zuvor beschossen worden sei, teilte die Armee mit. Im israelischen Grenzgebiet, aus dem die meisten Zivilisten seit Monaten evakuiert sind, seien die Orte Rosh Hanikra und Yaara im Westen sowie Ziele im weiter östlich gelegenen Obergaliläa angegriffen worden.

Israelische Kampfflugzeuge hätten Ziele in der Gegend der libanesischen Ortschaften Aitarun und Aita Ash Shaab bombardiert. Bereits am Vorabend seien eine militärische Einrichtung der Hisbollah bei Matmura und ein Beobachtungsposten bei Yebbayn aus der Luft angegriffen worden. Die Hisbollah beschoss nach eigenen Angaben auch Ziele in Israel bei den Orten Liman und Awdon. Im Libanon habe es einen Toten gegeben. Aus Israel wurden keine Opfer gemeldet.

Sorge besteht schon länger

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges kommt es an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel täglich zu gegenseitigem Beschuss. Seit längerem besteht die Sorge, dass sich der Krieg auf den Libanon ausweiten könnte. Bisher halten sich beide Seiten jedoch an die Regel "Wie du mir, so ich dir" und eskalieren jeweils nicht stärker als die Gegenseite.

Allerdings mussten Zehntausende Zivilisten auf beiden Seiten der Grenze ihre Häuser verlassen. Einem Bericht der israelischen Zeitung "Times of Israel" zufolge starben auf israelischer Seite sieben Zivilisten und zehn Soldaten. Im Libanon seien mindestens 30 Zivilisten und 266 Hisbollah-Mitglieder, davon einige auch in Syrien, getötet worden. Nach libanesischen Angaben vom Mittwoch sollen während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der in wenigen Tagen beginnt, indirekte Gespräche für eine diplomatische Lösung zwischen Israel und der Hisbollah stattfinden.

Israel will durch diplomatischen Druck erreichen, dass sich die Hisbollah-Miliz wieder hinter den 30 Kilometer von der Grenze entfernten Litani-Fluss zurückzieht - so wie es die UN-Resolution 1701 aus dem Jahr 2006 vorsieht. Notfalls sei Israel aber auch zu einem größeren Militäreinsatz bereit, warnte Verteidigungsminister Yoav Galant kürzlich. Die Hisbollah gilt allerdings als schlagkräftiger als die Hamas.

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