Europa verliert Geld

So brennen wir für den IRAN-Krieg: 5 Dinge, die teurer werden

08.03.2026

Direkt ist die EU nicht in den Iran-Krieg involviert: Jeder Österreicher zahlt aber kräftig drauf, weil Krieg herrscht. Vieles wird teurer, Jobs wackeln.

Zur Vollversion des Artikels
© Fuhrich/Getty (Fotomontage)
Zur Vollversion des Artikels

Jedes Jahr überweisen österreichische Energiekunden rund 10 Milliarden Euro an Öl- und Gaslieferanten außerhalb der EU. Die Preise dürften deutlich steigen, denn die Energie wird durch den Iran-Krieg knapper: Die Straße von Hormus ist geschlossen, wodurch ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gas-Angebots fließt.

Tanken: An den Zapfsäulen zahlt man für Diesel schon vierlerorts in Österreich mehr als 2 Euro. Der Durchschnittspreis liegt bei über 1,830 pro Liter. Super steht bei 1,689 pro Liter. Vor einem Monat zahlte man für beides noch unter 1,50 Euro. Der Ölpreis hat am Wochenende die 95 Dollar pro Barrel durchschlagen und dürfte weiter steigen.

Strom: Auch der Gaspreis kennt nur eine Richtung: Nach oben. Der Preis für europäisches Erdgas hat sich von rund 30 Euro pro Megawattstunde auf derzeit fast 60 Euro beinahe verdoppelt. Da die Merit-Order gilt und das letzte Kraftwerk den Strompreis setzt (oft ein Gaskraftwerk), dürfte auch Strom bald viel teurer werden.

Lebensmittel: Die teurere Energie treibt auch die Lebensmittelpreise in die Höhe. Transport und Produktion werden teurer, der Krieg verteuert Versicherungen für Schiffsladungen. Dazu kommt noch, dass durch die gesperrte Hormus-Meerenge ein Drittel der weltweiten Düngemittelprodukte transportiert werden. Auch sie werden fehlen.

Zinsschock: Wichtige Öllieferrouten sind blockiert, die Energiepreise steigen. Ein längerer Krieg im Nahen Osten könnte laut EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation in der Euro-Zone anheizen und die Wirtschaft ausbremsen. Dann müssten auch die Zinsen steigen - Kredite verteuern sich dadurch. Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt auch nach Ausbruch des Nahostkonflikts zinspolitisch flexibel. Sie werde ihre Geldpolitik von Sitzung zu Sitzung neu festlegen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag.  

Aktien: Wichtige Aktienindizes sind gefallen. Der Euro-Stoxx-50 hat rund sieben Prozent verloren, der heimische ATX sechs Prozent. In Südkorea gab die Börse sogar mehr als zehn Prozent nach (Kospi-Index). Die Asiaten sind vom Öl aus der Hormus-Region noch abhängiger als Europa. Aber die Preise werden insgesamt steigen, auch die für US-amerikanisches Flüssiggas, das 60% der EU-Gasimporte ausmacht. Umso länger die Krise dauert, desto mehr Wert verlieren die Depots der österreichischen Anleger.

Österreicher zahlen voll drauf - auch Jobs wackeln

Die Österreicher zahlen also drauf für den Iran-Krieg: Beim Tanken, beim Strom, bei den Lebensmitteln und den Krediten. Ihre Aktien-Depots verlieren an Wert. Das Bargeld auf den Sparbüchern schmilzt schneller dahin, was die Kaufkraft betrifft.

Der positive Blick: In Österreich herrscht Frieden. Für Touristen ist die stabile Situation ein wichtiges Plus. Durch den weltweit gestörten Flugverkehr wegen des Kriegs verliert aber auch Österreichs Tourismus-Branche (eine der wichtigsten im Land) viele Kunden. Der Iran-Krieg bedroht also neben der Kaufkraft auch ganz konkret Jobs in Österreich - nämlich im Tourismus-Sektor.

Weitere Artikel