Keine einzige Frau an Landes-Spitze, 160.000-Euro-Förderung im Parlament fällt wegen geringem Frauenanteil weg. Jetzt haut die rote Frauenministerin im ORF auf den Putz.
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sieht Andreas Babler, der am Parteitag mit 81,51 % als Parteichef bestätigt wurde, durchaus gestärkt. Dies sei ein "solides Ergebnis" vor dem Hintergrund der Regierungsbeteiligung der Roten, sagte sie am Sonntag in der ORF-"Pressestunde".
Kritik übte sie im ORF-Fernsehen an der eigenen Partei: Zum einen wegen der Spekulationen, Christian Kern könnte als Parteichef kandidieren. Daran seien aber "vor allem mediale Auseinandersetzungen" schuld.
Machoverein
Zum anderen kritisierte Holzleitner den Machoverein in der eigenen Partei. Anlässlich des Weltfrauentags wurde sie zum Überhang von Männern in Führungspositionen in der SPÖ gefragt: "Den aktuellen Zustand kann ich natürlich nicht akzeptieren", sagte Holzleitner im ORF. Dann schoss sie nach: "Die SPÖ spiegelt auch die Gesellschaft wieder." Allerdings geht es in der SPÖ sogar in die andere Richtung, wie Journalisten im ORF einwenden. So ist der Frauenanteil im SPÖ-Parlamentsklub wieder auf unter 40 % gesunken, was zum Wegfall eines Frauenförderbonus von 160.000 Euro führt.
Keine einzige Frau an Landes-Spitze, Förderung im Parlament fällt weg
Obwohl die Partei eine stärkere Vertretung anstrebt, sind derzeit alle (!) SPÖ-Bundes- und Landesparteichefs männlich. Die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner kritisiert das im ORF: "Weibliche Landesparteivorsitzende müssten Standard sein."
FPÖ ortet "Realitätsverweigerung"
Weniger rosig sah FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker den aktuellen Zustand der SPÖ. Er ortete vielmehr eine "skurrile Realitätsverweigerung einer Ministerin, die sich für das Amt des SPÖ-Bundesgeschäftsführers empfehlen möchte". Dass Holzleitner das für ihn magere Ergebnis von Babler beim Parteitag den Medien in die Schuhe schieben wolle, sei "an Lächerlichkeit kaum zu überbieten".