Rätsel um Quelle

Will Gestank bekämpfen: Bürgermeister sucht Geruchstester

15.02.2026

Das Industriegebiet von Brendola hat ein großes Problem: Es stinkt bis zum Himmel. Nun sucht der Bürgermeister sechs Geruchstester, um die Gestanks-Quelle zu finden.

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© Getty Images (Symbolbild)
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Der Po ist mit 652 Kilometer der längste Fluss Italiens. Er fließt von der französisch-italienischen Grenze bis in die Adria. Die sogenannte Po-Ebene ist mit rund 50.000 Quadratkilometern Fläche mehr als halb so groß wie Österreich.

In der Ebene befinden sich mehrere Großstädte wie Turin, Mailand, Verona, Bologna oder Venedig, wodurch diese Region das wirtschaftliche Zentrum Italiens ist. Mit der Größe kommt auch der Gestank. Nun will der Bürgermeister der Kleinstadt Brendola den Verursacher finden.

Ein "Smartphone mit Internetanschluss" benötigt

Die Vorstand von Vicenza bittet auf Facebook um Mithilfe. Die Tätigkeit lautet: "Sie riechen in regelmäßigen Abständen an der Luft und tragen Ihre Geruchsempfindungen in einen digitalen Fragebogen (Smartphone-App) ein."

Die gesuchten Freiwilligen stellen sich als Geruchsschnüffler in den Dienst der Gemeinde. Die Vorraussetzungen: Wohnsitz in Brendola oder im Westen von Vicenza, Volljährigkeit, ein eigenes Auto und ein "Smartphone mit Internetanschluss". Die Geruchsinspektoren sollen den Gestanks-Verursacher in der großen Industriegebiet der Kleinstadt ausfindig machen.

Projektstart Frühjahr 2026

Noch im Frühjahr 2026 soll das Projekt starten. Ausgelegt ist das Projekt auf maximal 12 Monate und die Einsätze finden an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten auf zugeteilten Routen. Die Bezahlung erfolgt auf Honorarnoten-Basis. Einsätze werden pauschal vergütet. Auch erhalten die Freiwilligen Zuschläge für Nacht- und Feiertagsdienste.

Die Bewerber brauchen für den Job eine gute Nase und eine Menge Zeit. Die Gemeinde erklärt: "Die Teilnehmenden werden auf ihren Geruchssinn und ihre Fähigkeit, Umweltgerüche zu unterscheiden, geprüft. Daher ist eine Verfügbarkeit von drei Tagen erforderlich, die noch festgelegt werden".

Bestimmte Personen ausgenommen

Wer sich nun bewerben will, darf an keinen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Allergien leiden und in keinem Verhältnis zu den Verursachern der zu untersuchenden Geruchsbelästigungen stehen.

Erfolgreiche Bewerber erhalten eine Einschulung von einem Geruchsmessung spezialisierten Unternehmen. Dabei lernen die Geruchstester, die unterschiedlichen Geruchsquellen zu unterscheiden. Dabei werden auf Ausstöße von Fabriken, Industrieabfälle und Abwässer fokussiert.

Hatten schon ein Mal Erfolg

Brendola hatte schon ein Mal Erfolg mit dieser Methode. In einem Interview mit dem britischen "Guardian" sagt der Bürgermeister Bruno Beltrame: "Wir haben vor etwa fünf Jahren eine ähnliche Untersuchung der üblen Gerüche durchgeführt."

Beltrame erklärt: "Dabei konnten wir die geruchsverursachenden Unternehmen identifizieren. Nun weiten wir das Untersuchungsgebiet aus, um herauszufinden, ob dieselben Unternehmen verantwortlich sind oder ob es sich um andere handelt."