Firmeninsolvenzen

19 Betriebe pro Tag gehen pleite

© dpa-Zentralbild/Martin Schutt
Im ersten Halbjahr gab es etwas weniger Firmeninsolvenzen. Die Zahlen sind dennoch hoch: 3.401 Unternehmen gingen pleite, betroffen sind fast 10.000 Arbeitnehmer.
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Laut aktueller KSV1870 Hochrechnung mussten im ersten Halbjahr 2026 in Österreich 3.401 Unternehmen (- 2,6 % gegenüber 2025) Insolvenz anmelden.

Das sind im Schnitt knapp 19 Betriebe pro Tag. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den Bundesländern: den größten Anstieg (+ 38 %) verzeichnet Vorarlberg, den deutlichsten Rückgang Tirol (- 31 %). Zu den Insolvenztreibern zählen der Handel, das Baugewerbe und der Sektor Gastronomie/Beherbergung – sie verzeichnen seit Jahresbeginn 44 % aller Firmenpleiten. Die vorläufigen Passiva* belaufen sich auf circa 4,2 Mrd. Euro – das entspricht einem Rückgang von 4,2 %. Weiters sind seit Jahresbeginn 9.800 Arbeitnehmer (- 6,7 %) und 23.500 Gläubiger + 13 %

Im Gesamtjahr 6.800 Pleiten erwartet

Der KSV erwartet für das Gesamtjahr ähnlich viele Pleiten wie im Vorjahr mit 6.800, wie der KSV am Mittwoch bekanntgab.

"Für die kommenden Monate rechnen wir als KSV1870 mit einer ähnlichen Entwicklung wie zuletzt. Historisch betrachtet verlangsamt sich die Insolvenzdynamik im dritten Quartal regelmäßig, was auch auf die Ferien- und Urlaubszeit zurückzuführen ist. Ob das auch im heurigen Jahr der Fall sein wird, bleibt abzuwarten", erklärte der Leiter der Insolvenzabteilung im KSV, Karl-Heinz Götze.

Schulden in Höhe von 4,2 Milliarden

Die Hochrechnung des Gläubigerschutzverbands zeigt einen Rückgang bei der Höhe der Schulden. Die Passiva sanken um 4,2 Prozent auf insgesamt 4,2 Mrd. Euro. Die Gründe dafür liegen laut KSV in erster Linie in einer deutlich geringeren Anzahl an Insolvenzfällen mit Passiva über 50 Mio. Euro. Während es im ersten Halbjahr des Vorjahres 14 Fälle dieser Größenordnung gab, sind es heuer erst sechs solche Verfahren.

Die bis dato größte Unternehmensinsolvenz des heurigen Jahres betrifft die von René Benko mitgegründete Laura Privatstiftung mit Passiva von rund 1,7 Mrd. Euro.