Gegen Arsenal

5:4 n.E. – PSG gewinnt irren Last-Minute-Krimi

Paris Saint-Germain ist Champions-League-Sieger 2026. © Getty Images
Das Champions-League-Finale ging in die aller letzte Sekunde, es brauchte das Elfmeterschießen. Am Ende krönte sich PSG im Thriller zum Sieger - zum zweiten Mal in Folge.

Die 67.000 Zuseher in der randvollen Puskás Aréna in Budapest - und rund 140 Millionen im TV weltweit - sahen ein bis zum Schluss spannendes Match.

Den ersten Aufreger gab es gleich mit Anstoß, weil Arsenal die Kugel einfach in einer meterhohen Kerze in die Luft beförderte. Das anschließende Kopfballduell ging verloren, der Ball blieb aber immerhin in ihrem Besitz.

Nur sechs Minuten später schepperte es aber, und das in ähnlich kuriosen Umständen: Marquinhos wollte den Ball in der Spielfeldmitte ausputzen, der Ball traf aber nur Leandro Trossard und prallte dort genau in den Laufweg von Kai Havertz. Keeper Matvey Safonov kam nicht raus, und der Deutsche nagelte unters Dach (6.)!

Erneut Torschütze in einem Champions-League-Finale: Kai Havertz © Getty

Pariser ideenlos, Arsenal verteidigt tief

Danach übernahm PSG das Kommando, hatte aber Probleme mit einem tiefen Gunners-Block, bei dem Stürmer Havertz und Zehner Martin Ödegaard stellenweise am eigenen Strafraum verteidigten.

Die größte Chance in Halbzeit eins gab es in der 43. Minute: Nuno Mendes setzte sich einmal über links durch, seine Flanke klärte William Saliba nicht gut, aber auch Fabian Ruiz verpatzte seinen Kopfball.

Dem Team von Luis Enrique mangelte es einfach an Tempo und Ideen, damit gefährdeten sie die Engländer nicht. Stattdessen hätte Havertz erneut treffen müssen. Nach einer schönen Kombination mit Ödegaard über rechts stand der Deutsche plötzlich alleine vor Safonov, sein Abschluss wurde aber von Marquinhos geblockt, weil er zu lange brauchte (45.+3).

Bei Standards spielte das Team von Mikel Arteta erneut so sehr auf Zeit, dass Schiedsrichter Daniel Siebert sogar vor einem Eckball zur Pause pfiff, um das zu unterbinden. Gleich nach der Pause bekam Cristhian Mosquera Gelb, weil er für einen Einwurf zu lange brauchte.

PSG braucht den ruhenden Ball

Im zweiten Abschnitt zeichnete sich ein ähnliches Bild, weiterhin fehlte den Franzosen das nötige Tempo, mit den gelegentlichen Flanken hatten die Arsenal-Hünen keine Probleme.

Deshalb brauchte es eine Standardsituation. Kvicha Kvaratskhelia wird von Dembélé in den Strafraum geschickt, dort brachte Mosquera den Georgier zu Fall: Elfer! Dembélé war der auserwählte Mann und blieb eiskalt - 1:1 (65.).

Dembele versenkte den Elfer gegen Raya © APA/AFP/INA FASSBENDER

Arsenal nahm damit wieder mehr am Spiel teil, dafür gab es aber Räume für PSG zu kontern. Einen davon setzte Kvaratskhelia aus nächster Nähe an die Stange (77.).

Ab hier war das Visier von beiden offen eingestellt. Zuerst rutschte nach einem Arsenal-Einwurf der Kopfball von Piero Hincapie beinahe durch, im direkten Konter konnte Keeper Raya einen durchstarteten Bradley Barcola in letzter Sekunde stoppen (85.). Vier Minuten später ging ein Weitschuss von Vitinha knapp drüber.

Barcola war es erneut, der in der siebenten Minute der Nachspielzeit die Entscheidung am Fuß hatte, weil er über den halben Platz aufs Tor laufen durfte. Er knallte den Ball aber ans Außennetz. So ging es in die Verlängerung.

Für den größten Aufreger brauchte es bis in die 102. Minute: Noni Madueke ließ mit seinem Speed Mendes stehen, der ihn dann auch im Strafraum zu Fall brachte. Unter lauten Pfiffen gab Siebert aber keinen Elfmeter. Wohl vertretbar, weil der Engländer bereits vor dem Tackling zu fallen beginnt.

Entscheidung im Elferschießen - wie denn sonst

Beiden fehlte am Ende die Kraft, daher musste die Entscheidung aus elf Metern fallen. Beide hatten nicht mehr ihre besten Elfmeterschützen am Feld.  Eberechi Eze war als vierter Schütze insgesamt der erste, der verschoss - er traf nicht einmal das Tor.

Raya hält einen Elfmeter im Champions-League-Finale © APA/AFP/FRANCK FIFE

Doch sein Keeper Raya hielt umgehend den Elfer von Mendes. Als letzter Schütze trat der sonst so starke Gabriel an, der den Ball aber rechts über das Tor feuerte und Arsenal somit den ersten Titel der Klubgeschichte kostete. PSG ging sofort in den Freudentaumel über, während die Gunners in sich zusammenfielen.

Damit ist PSG das erste Team nach Real Madrid, das den Champions-League-Titel (nach 1993) verteidigen konnte. Luis Enrique ist damit der erst fünfte Trainer, der den Wettbewerb dreimal gewinnen konnte - nämlich Bob Paisley, Pep Guardiola, Zinédine Zidane (jeweils 3) und Carlo Ancelotti (5).