Während der sichtbare Lavafluss in den letzten Tagen spürbar abgenommen hat, gewinnt die explosive Komponente des Vulkans massiv an Dynamik. Experten beobachten seit kurzem eine starke Zunahme von strombolianischen Eruptionen aus dem jüngsten Schlot des Voragine-Kraters.
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Ein klarer Indikator für die neue Phase der Eruption ist die veränderte Färbung der aufsteigenden Vulkanasche. War diese vor kurzem noch hellbraun – was auf die Zertrümmerung von altem, bereits im Schlot abgelagertem Material hindeutete –, so steigt nun tiefdunkelgraue Asche in den Himmel über Sizilien.
Diese Verfärbung beweist laut Vulkanologen, dass nun frisch aufgestiegenes, fragmentiertes Magma die Quelle der Aktivität ist. Parallel dazu stieg der vulkanische Tremor kontinuierlich an, was auf heftige Fluidbewegungen und brodelnde Gasblasen im Inneren des Berges hindeutet.
Lavafluss kühlt langsam ab
Auf den Aufnahmen der Thermalüberwachung zeigt sich zeitgleich ein gegenteiliger Trend beim Ausfluss der flüssigen Gesteinsmasse. Die effusive Komponente hat sich seit dem 2. Juli merklich abgeschwächt. Im Bereich des Valle del Leone ist aktuell nur noch eine schwache Wärmesignatur des abkühlenden Lavastroms messbar.
Kritik gibt es unterdessen an den internationalen Frühwarnsystemen. Das zuständige Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) in Toulouse hat bislang keine neuen Warnmeldungen herausgegeben, was in Fachkreisen Diskussionen über die Effizienz der europäischen Überwachungsstellen auslöst.
Die Situation am höchsten aktiven Vulkan Europas bleibt dynamisch. Die Verschiebung hin zu einer explosiven Aktivität erfordert in den kommenden Tagen eine lückenlose Überwachung durch die lokalen Behörden auf Sizilien.