Vulkan-Aktivität

Ätna brodelt wieder: Forscher schlagen Alarm

Ausbruch des Ätna bei Nacht, glühende Lava und Rauch steigen über bewaldeten Hängen auf.
© Anadolu via Getty Images
Der Ätna auf Sizilien zeigt eine deutliche Verhaltensänderung.
OE24 auf Google bevorzugen

Während der sichtbare Lavafluss in den letzten Tagen spürbar abgenommen hat, gewinnt die explosive Komponente des Vulkans massiv an Dynamik. Experten beobachten seit kurzem eine starke Zunahme von strombolianischen Eruptionen aus dem jüngsten Schlot des Voragine-Kraters.

Ein klarer Indikator für die neue Phase der Eruption ist die veränderte Färbung der aufsteigenden Vulkanasche. War diese vor kurzem noch hellbraun – was auf die Zertrümmerung von altem, bereits im Schlot abgelagertem Material hindeutete –, so steigt nun tiefdunkelgraue Asche in den Himmel über Sizilien.

CATANIA, ITALY - JULY 5: A towering ash plume rises from Mount Etna following the resumption of eruptive activity from a vent located on the upper eastern flank of the Voragine summit crater as the Volcano Observatory Notice for Aviation (VONA) remains at RED alert level in Catania, Sicily, Italy, on July 5, 2026. The ash emission generated an eruption column reaching approximately 1.5 kilometres above the volcano's summit, drifting toward the south and south-southeast. The effusive lava flow, which had been active since June 26, ceased on July 4, while Strombolian activity continues at the summit vent. The presence of volcanic ash prompted temporary airspace restrictions south of the volcano, affecting operations at Catania Airport. (Photo by Salvatore Allegra/Anadolu via Getty Images)
© Anadolu via Getty Images

Diese Verfärbung beweist laut Vulkanologen, dass nun frisch aufgestiegenes, fragmentiertes Magma die Quelle der Aktivität ist. Parallel dazu stieg der vulkanische Tremor kontinuierlich an, was auf heftige Fluidbewegungen und brodelnde Gasblasen im Inneren des Berges hindeutet.

Lavafluss kühlt langsam ab

Auf den Aufnahmen der Thermalüberwachung zeigt sich zeitgleich ein gegenteiliger Trend beim Ausfluss der flüssigen Gesteinsmasse. Die effusive Komponente hat sich seit dem 2. Juli merklich abgeschwächt. Im Bereich des Valle del Leone ist aktuell nur noch eine schwache Wärmesignatur des abkühlenden Lavastroms messbar.

Kritik gibt es unterdessen an den internationalen Frühwarnsystemen. Das zuständige Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) in Toulouse hat bislang keine neuen Warnmeldungen herausgegeben, was in Fachkreisen Diskussionen über die Effizienz der europäischen Überwachungsstellen auslöst.

Die Situation am höchsten aktiven Vulkan Europas bleibt dynamisch. Die Verschiebung hin zu einer explosiven Aktivität erfordert in den kommenden Tagen eine lückenlose Überwachung durch die lokalen Behörden auf Sizilien.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden