Beisetzung

Zehntausende Iraner nehmen Abschied von Khamenei

Große Menschenmenge bei einer Trauerzeremonie vor einer Moschee in Teheran unter blauem Himmel.
© APA/AFP/KHAMENEI.IR/-
Der Iran bietet zur Ehrung seines getöteten Führers die ältesten Geistlichen auf
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Zehntausende Iraner haben am Wochenende Abschied von dem getöteten langjährigen Machthaber Ayatollah Ali Khamenei genommen. Sein Sohn und Nachfolger Mojtaba Khamenei fehlte jedoch auch am Sonntag, dem zweiten Tag der offiziellen Trauerfeierlichkeiten in Teheran. Er ist seit dem Tod seines Vaters bei US-israelischen Angriffen am 28. Februar nicht öffentlich in Erscheinung getreten.

Die Gebete am Sonntag wurden Staatsmedien zufolge von dem 97-jährigen Großayatollah Jafar Sobhani geleitet, einem der einflussreichsten Kleriker der Islamischen Republik. Auch Khameneis Söhne Masoud, Mostafa und Meysam nahmen an den Gebeten teil.

Unter den Teilnehmern waren auch der iranische Präsident Masoud Pezeshkian und weitere ranghohe Vertreter der iranischen Führung wie Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Baqer Qalibaf sowie der Befehlshaber der für Auslandseinsätze zuständigen Al-Quds-Truppe der iranischen Revolutionsgarden, Esmail Qaani, wie Aufnahmen des staatlichen Fernsehens zeigten. Auch der mächtige Revolutionsgardenchef Ahmad Vahidi, der öffentlich so gut wie nie in Erscheinung tritt, war anwesend.

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Fünf Särge

Im Moscheekomplex der Großen Mosalla waren fünf in die iranische Flagge gehüllte Särge auf einem Podium aufgebahrt - darin die Leichname Khameneis sowie seines Schwiegersohns, seiner Tochter, der Ehefrau seines Sohnes Mojtaba sowie seiner 14 Monate alten Enkelin. Auf Khameneis Sarg lag der für ihn typische schwarze Turban.

Der Moschee-Komplex und die umliegenden Straßen waren voller Trauernder. Wegen der hohen Temperaturen von mehr als 35 Grad wurden den Trauernden auf ihrem Weg zur Moschee Erfrischungen gereicht. Wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete, wurden am Sonntag rund 4.000 Menschen am Rande der Feierlichkeiten medizinisch behandelt.

Khamenei stand seit 1989 an der Spitze des klerikalen Systems im Iran und war damit der mächtigste Mann im Staat. Der erzkonservative oberste Führer war am 28. Februar am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran bei einem Angriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Mit dem 86-Jährigen zusammen wurden mehrere seiner Angehörigen und weitere ranghohe Vertreter der iranischen Führung getötet.

Khameneis anschließend zum Nachfolger ernannter Sohn Mojtaba trat bisher nicht öffentlich in Erscheinung. Er wurde vermutlich bei dem Angriff am 28. Februar verletzt. Iranischen Medien zufolge ist nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige ein Gebet leitet.

Beisetzung in Heimatstadt

Khameneis Leichnam bleibt noch bis Montag in Teherans Mosalla-Komplex aufgebahrt, dann ist ein Trauerzug durch die Hauptstadt geplant. Am Dienstag soll der Sarg in die schiitische Gelehrtenstadt Qom gebracht werden, am Mittwoch in schiitische Heiligtümer im Nachbarland Irak. Die Beisetzung ist für Donnerstag in Khameneis Heimatstadt Mashhad im Nordosten des Iran vorgesehen. Dort soll er zusammen mit seinen getöteten Familienmitgliedern begraben werden. In Qom soll der einflussreiche Ayatollah Makarem Shirazi (99) das Gebet leiten, in Mashhad Noori Hamedani (101).

Die Tötung Khameneis nach mehr als dreieinhalb Jahrzehnten an der Macht hat in der Islamischen Republik eine neue Ära eingeläutet, die jedoch von Ungewissheit geprägt ist. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste im Jänner mit tausenden Toten gelten die Trauerfeierlichkeiten für Khamenei als Test, wie stark die Unterstützung für die Führung ist.

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