Gefiel ihm nicht
Epstein ließ Sekretärin Tattoo herausschneiden
Die Betroffene Anya lernte mit Mitte 20 in Paris den Model-Scout Daniel Siad kennen, der ihr den angeblich mächtigen Förderer Jeffrey Epstein vorstellte. Beim ersten Treffen in dessen Pariser Wohnung gewann er ihr Vertrauen und versprach Kontakte in die Modebranche. Doch die vermeintliche Förderung entwickelte sich schnell zur totalen Kontrolle. Während einer Haftstrafe in Florida im Jahr 2008, bei der er tagsüber Freigang hatte, missbrauchte er Anya laut ihren Angaben zum ersten Mal sexuell.
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Ein Albtraum statt Modelkarriere
Nachdem ihr Traum vom Modeln für gescheitert erklärt wurde, sollte sie als seine "Assistentin" arbeiten. Diese Arbeit bedeutete jedoch den vollständigen Verlust ihrer Freiheit. Anya musste rund um die Uhr erreichbar sein und durfte das Haus in Manhattan nicht ohne Erlaubnis verlassen. Sie hatte weder ein Gehalt noch eine Krankenversicherung oder ein eigenes Bankkonto. Wer zu fliehen versuchte, wurde von einem Privatdetektiv verfolgt. Zur Absicherung sammelte er Nacktfotos als Druckmittel.
Systematische Spaltung der Frauen
Er sorgte zudem dafür, dass die Frauen einander misstrauten und hetzte sie gegeneinander auf. Jede von ihnen musste mindestens ein neues Opfer für das System von Jeffrey Epstein rekrutieren. Zudem mussten die Frauen Dankesbriefe an ihn schreiben. Selbst über ihre Körper bestimmte er: Weil ihm ein Tattoo auf Anyas Bauch missfiel, ließ er dieses von einem Arzt aus ihrer Haut herausschneiden. Anya nennt die Struktur ein "Ökosystem des Missbrauchs" und möchte nun anderen Betroffenen Mut machen.