Urlaubs-Flaute

Preis-Explosion: Kroatiens Strände bleiben leer

Strand Zlatni Rat mit türkisblauem Wasser, Badegästen und Pinien auf der Insel Brac, Kroatien.
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Sogar in der Hochsaison ist das Urlaubsland alles andere als ausgebucht.
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Jahrelang galt Kroatien als eines der beliebtesten und zugleich günstigsten Reiseziele am Mittelmeer. Doch im Sommer 2026 zeigt sich ein anderes Bild: Selbst in der Hochsaison sind in beliebten Urlaubsorten entlang der Adriaküste noch freie Apartments und Hotelzimmer verfügbar. Viele Vermieter reagieren bereits mit Preisnachlässen und attraktiven Last-Minute-Angeboten, um ihre Unterkünfte doch noch zu füllen.

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Preisschock an der Adria: Kroatien ist halb leer


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Zu teuer

Als Hauptgrund nennen Branchenexperten die kräftigen Preissteigerungen der vergangenen Jahre. Seit der Corona-Pandemie und insbesondere seit der Euro-Einführung Anfang 2023 sind die Kosten für Unterkünfte, Restaurants und Freizeitangebote deutlich gestiegen. Nach Angaben der kroatischen Nationalbank dürfte die Inflation auch 2026 mit rund 3,4 Prozent hoch bleiben. Gleichzeitig kämpfen Betriebe mit höheren Energie-, Personal- und Lebensmittelkosten, die an die Gäste weitergegeben werden.

Besonders Familien vergleichen ihre Urlaubskosten inzwischen genauer als früher. Während Kroatien lange als preiswerte Alternative zu Italien oder Spanien galt, bieten Länder wie Griechenland, die Türkei, Ägypten oder Bulgarien inzwischen häufig günstigere Pauschalreisen mit All-inclusive-Verpflegung an. Reiseportale berichten, dass ein Familienurlaub dort oft mehrere hundert Euro günstiger ausfällt als an der kroatischen Adriaküste.

Auch die Buchungsgewohnheiten haben sich verändert. Urlauber reservieren später, achten stärker auf kostenlose Stornierungsmöglichkeiten und vergleichen Preise intensiver. Viele Vermieter berichten deshalb von kurzfristigen Absagen und einer höheren Zahl freier Unterkünfte selbst im Juli und August.

A panoramic view of the walled city, Dubrovnik Croatia © Getty Images/iStockphoto

Preis-Explosion

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei privaten Ferienwohnungen. Laut dem Reiseportal Kroati.de wurden nach den starken Preiserhöhungen der vergangenen Jahre teilweise Aufschläge von bis zu 50 Prozent verlangt. Viele Vermieter mussten ihre Preise später wieder senken, um Buchungslücken zu schließen. Auch die Lebenshaltungskosten vor Ort sorgen für Kritik: Lebensmittel sind teilweise ähnlich teuer oder sogar teurer als in Deutschland oder Österreich, Restaurantbesuche kosten vielerorts rund 20 bis 25 Prozent mehr als noch vor wenigen Jahren. Schlagzeilen über fünf Euro für eine Kugel Eis oder mehr als 20 Euro für einen Burger sorgten international für Aufsehen.

Dennoch bedeutet die Flaute keineswegs einen Einbruch des gesamten Tourismus. Die kroatische Tourismusbehörde meldete für das erste Halbjahr 2026 rund 7,6 Millionen Gästeankünfte und 29,5 Millionen Übernachtungen. Auch Anfang Juli lagen die Ankünfte laut offiziellen Zahlen leicht über dem Vorjahresniveau. Allerdings verteilen sich die Besucher offenbar anders: Kurzfristige Buchungen nehmen zu, während viele Urlauber preisbewusster entscheiden und stärker zwischen den Mittelmeerzielen wechseln.

Die Branche sieht darin auch eine Chance. Kroatien möchte sich langfristig stärker als hochwertiges Reiseziel positionieren und weniger auf Massentourismus setzen. Kurzfristig bleibt jedoch die größte Herausforderung, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Denn die Konkurrenz am Mittelmeer ist groß – und wer für sein Urlaubsbudget anderswo mehr Leistungen erhält, entscheidet sich zunehmend gegen die kroatische Adriaküste.

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