Spritpreis

Eskalation in Nahost: Jetzt explodiert der Ölpreis

Hier die Story im Oe24 E-Paper lesen

Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran ist der Ölpreis für die Nordseesorte Brent auf den höchsten Stand seit Juni gestiegen
OE24 auf Google bevorzugen

Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran ist der Ölpreis für die Nordseesorte Brent zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Juni gestiegen. Angesichts des zunehmenden militärischen Schlagabtauschs zwischen den USA und dem Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz am Wochenende zurückgegangen.

Im Handel an den asiatischen Börsen wurden am Montag gegen 03.00 Uhr MESZ für ein Barrel Brent bei Lieferung im September 90,50 Dollar (79,16 Euro) aufgerufen, ein Anstieg von 2,72 Prozent. Zwischenzeitlich wurde die Marke von 91 Dollar überschritten, der höchste Preis seit Juni. Die Sorte West Texas Intermediate legte um 2,39 Prozent auf 84,46 Dollar zu.

Nahost-Konflikt bremst wieder Schiffsverkehr in Straße von Hormuz

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ist am Wochenende zurückgegangen. Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag vier Schiffe die Meerenge; am Samstag waren es acht gewesen. Beide Seiten nehmen zunehmend die Schifffahrt ins Visier. Die US-Regierung setzt nach eigenen Angaben eine Seeblockade vor iranischen Häfen durch. Der Iran geht seinerseits gegen Schiffe vor, die aus seiner Sicht die Regeln in der Straße von Hormuz verletzen. Durch die Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert.

In der Nacht auf Montag meldete die britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO), dass in der Straße von Hormuz nahe dem Oman ein Schiff in Flammen steht. Die Brandursache war zunächst unklar. Schiffen werde empfohlen, die Region mit Vorsicht zu durchfahren. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, zwei Öltanker seien auf der Südroute gesprengt worden - und erklärten, solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für "einen einzigen Tropfen Öl und Gas" sicher.

Keine LNG-Tanker mehr registriert seit Donnerstag

Seit Donnerstag wurden keine Tanker für verflüssigtes Erdgas (LNG) mehr bei der Durchfahrt durch die Meerenge registriert. Einige Schiffe schalten jedoch zeitweise ihre Transponder ab, um ihre Route zu verschleiern. Die LNG-Produktion in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten hält sich S&P Global zufolge trotz der Behinderungen relativ stabil. Dadurch steigt die Menge an LNG, die auf wartenden Schiffen im Golf lagert.

An Bord von sieben beladenen katarischen LNG-Tankern befanden sich Mitte Juli schätzungsweise 570.000 Tonnen. Insgesamt befinden sich derzeit LNG-Tanker mit einer Gesamtkapazität von fast 1,9 Millionen Tonnen in der Region. Diese Schiffe könnten für einen raschen Anstieg der Exporte sorgen, sollte sich die faktische Blockade der Straße von Hormuz in den kommenden Wochen lockern, teilten die Analysten von S&P Global mit.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden