Kuriose Methode

Gegen Hitze: Spital steckt Lebende in Leichensack

© Getty Images
Die extreme Hitze zwingt Spitäler zum Umdenken: In Baden-Württemberg nutzt eine Notaufnahme nun eine Eismaschine und Leichensäcke, um überhitzte Patienten rasch herunterzukühlen.
Zur Vollversion des Artikels

Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg greift zu völlig neuen Mitteln, um hitzebedingte Ausnahmezustände erfolgreich zu bewältigen. Um überfüllte Notaufnahmen und Intensivstationen zu entlasten, plant das RBK neben 20 mobilen Klimageräten auch die Anschaffung einer Eismaschine. RBK-Geschäftsführer Mark Dominik Alscher nannte gegenüber dem SWR Eis als zentrales Hilfsmittel, um Patienten mit Hitzeschäden rasch zu kühlen.

Rettung im Body Bag

Der konkrete Plan sieht vor, dass die Notaufnahme eine Eismaschine sowie eine zusätzliche Kühltruhe bekommt. Wenn Patienten mit gefährlich hohen Körpertemperaturen eingeliefert werden, sieht der neue Hitzeplan des Krankenhauses eine ungewöhnliche Methode vor: Die Betroffenen werden in mit Wasser und Eis gefüllte Body Bags – umgangssprachlich auch Leichensäcke genannt – gelegt, um sie schnell wieder herunterzukühlen. Diese Maßnahme greift ab einer Körpertemperatur von über 40 Grad, da ab diesem Wert die akute Gefahr eines multiplen Organversagens besteht.

Forderung an die Politik

Außer der Notaufnahme und dem OP-Bereich sind die weiteren Stationen des RBK derzeit nicht klimatisiert. Hier sollen die neu angeschafften mobilen Kühlgeräte für die nötige Abhilfe sorgen. Überdies appelliert Alscher deutlich an die Politik, die 50 Milliarden Euro aus dem Transformationsfonds zu nutzen, um Deutschlands Krankenhäuser flächendeckend mit passenden Klimaanlagen auszustatten.