0:2 gegen FC Messi

Hinten stark, vorne zu harmlos: Die Analyse zur ÖFB-Pleite

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Ganz Fußball-Österreich träumte vom nächsten WM-Coup. Die Rangnick-Elf forderte Weltmeister Argentinien, hielt lange dagegen und brachte den Favoriten phasenweise sogar ins Wanken. Doch am Ende zeigte sich einmal mehr die brutale Wahrheit des Weltfußballs: Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, wird von einem Genie bestraft. Und dieses Genie trug in Dallas natürlich die Nummer 10.
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Das große Cordoba-Revival blieb aus. Fast 48 Jahre nach dem legendären Sieg gegen Deutschland wollte Österreich in Dallas den nächsten amtierenden Weltmeister stürzen. Am Ende hieß der Unterschied einmal mehr Lionel Messi.

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Dabei war die 0:2-Pleite keineswegs eine Vorführung. Die Rangnick-Elf hielt vor 70.649 Fans lange stark dagegen, verteidigte diszipliniert und ließ sich vom frühen Elfer-Schock nicht aus der Bahn werfen. Dass Messi seinen Strafstoß vergab, war nach Schlusspfiff nur noch eine Randnotiz. Der 38-Jährige erzielte beide Treffer der Gauchos, stellte auf unglaubliche 18 WM-Tore und hält nun bei allen fünf argentinischen Treffern bei diesem Turnier. Das Erstaunlichste: Obwohl Messi der älteste Spieler auf dem Platz war, ließ er viele Gegenspieler deutlich älter aussehen.

Fjörtoft: »ÖFB gegen
einen Gott und zehn Killer«

Servus-TV-Experte Jan Åge Fjörtoft brachte es schon zur Pause auf den Punkt: "Österreich spielt gegen einen Gott und zehn Killer." Treffender kann man es kaum formulieren. Die Pässe der Gauchos waren präziser, die Abläufe sauberer. Nicht spektakulär, aber gnadenlos effektiv. Für Ärger sorgte allerdings die Entstehung des 0:1. Vor dem Treffer wurde Xaver Schlager in einem Zweikampf mit Mac Allister zu Fall gebracht.Die Pfeife des Schiedsrichters blieb jedoch stumm, Argentinien spielte weiter – und wenige Sekunden später schlug Messi zu. Eine Szene, die im ÖFB-Lager für reichlich Diskussionen sorgte. Nach der Pause suchte Schlager sogar das Gespräch mit dem Referee.

Genau darin liegt aber auch die positive Erkenntnis für Österreich: Argentinien musste arbeiten. Taktisch lieferte die Rangnick-Elf eine durchaus solide Leistung ab. Posch biss trotz Kieferbruch auf die Zähne, Laimer rackerte auf links und Schlager verhinderte mit mehreren Paraden sogar eine höhere Niederlage. Das eigentliche Problem lag in der Offensive. Österreich kam kaum zu klaren Chancen, der letzte Pass fehlte, die entscheidende Lücke blieb meist verborgen.

Gegen Algerien wartet Stunde der Wahrheit

Trotzdem: Kurz vor Schluss war der Ausgleich plötzlich zum Greifen nah. Wimmers Kopfball (90.+4) hätte die Geschichte dieses Abends beinahe noch einmal umgeschrieben. Stattdessen schaltete Messi in der Nachspielzeit das Licht aus. Die gute Nachricht: Dieses Spiel war tatsächlich das von Rangnick angekündigte Bonusspiel. Die wirklich wichtige Rechnung wird erst am Sonntag gegen Algerien präsentiert.

Mit drei Punkten hat das ÖFB-Team den Aufstieg weiterhin in der eigenen Hand. Und offensiv dürfte die Aufgabe gegen Algerien deutlich lösbarer sein als gegen einen Weltmeister, der selbst an einem durchschnittlichen Tag noch Messi in seinen Reihen hat.