Er ist zurück, Florian Illies. Illies gehört zur Sorte der Wenigen. Die großen Erzähler sind in der Moderne selten geworden. Schreibt unsere Zeit keine Geschichten mehr? Ist der Glanz alter Tage lockender als die Verarbeitung des Gegenwärtigen?
Versunkene Epoche
Vielleicht ist beides richtig und zugleich der Grund, warum Illies Brücken zwischen den Zeiten schlägt. Wie kaum ein anderer vermag er es, ein harmonisches Netz zu spannen, das die Augenblicke aus einer versunkenen Epoche zusammenbindet und ins Heute trägt. Illies wird dabei nicht zum Verklärer. Er hat ein feines Gespür für Schatten und Licht. Mit "1913. Der Sommer des Jahrhunderts" ist ihm ein Welterfolg gelungen. Unter dem Ruhm hat der Fleiß des Schriftstellers nicht im Geringsten gelitten.
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Sagenumwoben
Erst im Herbst 2025 hat er mit "Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary" das einfühlsame Porträt der Manns im ersten Exil vorgelegt. Ein Spaziergang durch einen heißen Sommer mit und um Thomas Mann. Nun ist Illies nächstes Stück erschienen: "Träume aus Feuer. Der Alchimist von der Pfaueninsel". Illies geht ins 17. Jahrhundert zurück. Auf die sagenumwobene Pfaueninsel. Im Barock bricht der Hauptprotagonist Johannes Kunckel mit der Zeit und seinem Protegé, dem Großen Kurfürsten. Auf rund 140 Seiten spinnt Illies Aufstieg und Fall des berühmten Alchimisten neu und ungemein zugänglich.