Auf US-Boden

Iran-Star schockt mit Pistolen-Jubel

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Ausgerechnet auf US-Boden provoziert der Torschütze mit seinem Jubel
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Das Nationalteam des Iran hat den schwierigen Umständen getrotzt und im politisch aufgeladenen Einstieg in die Fußball-WM in den verfeindeten USA einen Punkt geholt. Der Iran machte am Montag in Inglewood bei Los Angeles beim 2:2 (1:1) gegen Neuseeland zweimal einen Rückstand wett. Ramin Rezaeian (32.) und Mohammad Mohebbi (64.) egalisierten jeweils die Führung durch Elijah Just (7., 54.), der in der Saison 2024/25 für Zweitligist St. Pölten gestürmt war.

Für Aufregung sorgte Torschütze Mohammad Mohebbi mit einem provokanten Pistolero-Jubel auf US-Boden. Zur politischen Lage im Land oder dem Krieg mit den USA wollten sich die Spieler aber nicht öffentlich äußern.

Der Iran startete vor 70.000 Zuschauern mit viel Offensivdrang, mit der ersten Chance ging aber Neuseeland in Führung. Just traf für den Außenseiter (7.). Nur langsam erholten sich die Iraner von dem Schock. Ihr Star Mehdi Taremi setzte zum Solo aus der eigenen Hälfte an, traf aber nur die Stange (23.). Ein Heber aus großer Distanz von Saman Ghoddos auf das leere Tor verfehlte auch sein Ziel (28.). Vier Minuten später fiel der überfällige Ausgleich, Außenverteidiger Rezaeian schloss nach einem von ihm selbst eingeleiteten Angriff erfolgreich ab (32.).

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Just schnürt den Doppelpack

Die zweite Halbzeit begann wie die erste mit neuseeländischer Effizienz. Wie schon beim ersten Treffer setzte Kapitän und Rekordtorschütze Chris Wood von Nottingham Forest Just ein, der den Außenseiter neuerlich in Führung brachte und die "Kiwis" bei ihrer dritten WM-Teilnahme auf den ersten Sieg bei einer Endrunde hoffen ließ. Der Iran, der noch nie den Aufstieg in die K.o.-Phase geschafft hat, kämpfte sich aber wieder zurück. Mohebbi verwertete eine Rezaeian-Flanke per Kopf via Innenstange zum 2:2 (64.). Damit endete auch das zweite Spiel der Gruppe G nach dem 1:1 zwischen Belgien und Ägypten mit einer Punkteteilung.

Beide Mannschaften trauerten danach dem möglichen Sieg nach. "Wir sind nicht glücklich, weil wir denken, dass wir den Sieg verdient gehabt hätten", sagte Torschütze Rezaeian, der nach Spielschluss betonte, Fragen zum Fußball zu beantworten. Nicht zufrieden war auch Neuseeland. "Wir sind enttäuscht, nicht gewonnen zu haben. Wenn man zweimal in Führung liegt, fragt man sich immer: Was wäre gewesen, wenn ...? Wir waren wohl so nah dran wie nie zuvor an einem Sieg bei einer Weltmeisterschaft, und heute hat es leider nicht ganz gereicht", sagte Neuseelands Trainer Darren Bazeley. "Aber wir haben nicht verloren, wir waren im Spiel, haben Tore geschossen und Chancen kreiert. Es war also eine wirklich starke Leistung, auf die ich sehr stolz bin", betonte Bazeley.

Proteste vor dem Stadion

Der Auftritt des Iran war im Vorfeld ganz unter dem Einfluss der weltpolitischen Verwerfungen gestanden. WM-Gastgeber USA führt seit Monaten Krieg gegen den Iran, zeitweise standen ein Ausschluss oder ein Boykott zur Debatte. Die Vorbereitung verlief holprig, zwei Testspiele wurden kurzfristig abgesagt. Zudem verlegte der Iran sein Quartier nach Mexiko, durfte aber entgegen der ursprünglichen Vorgabe doch einen Tag vor dem Match in die USA einreisen. Begünstigt wohl durch ein wenige Stunden davor vereinbartes Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Krieg beenden soll.

Kurz vor dem Spiel waren rund um das Stadion zahlreiche symbolträchtige Fahnen und auch Protestbekundungen zu sehen. Viele Menschen schwenkten alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution. Die Stimmung bei den 300 bis 500 Protestierenden war aber friedlich.