Dramatische Szenen

Meteotsunami trifft Kroatien - Urlauber in Panik

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Schreckmoment an der kroatischen Adriaküste: Im beliebten Urlaubsort Mali Lošinj wurde die Uferpromenade am Montag von einem sogenannten Meteotsunami erfasst.
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Das ungewöhnliche Wetterphänomen ließ den Meeresspiegel innerhalb kürzester Zeit ansteigen und setzte Restaurants, Cafés und Teile der Hafenpromenade unter Wasser. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.

Urlauber in Panik

Augenzeugen berichten, dass sich die Lage zunächst völlig normal präsentiert habe. Nach einem kurzen morgendlichen Gewitter sei das Meer plötzlich innerhalb weniger Sekunden angestiegen. Gäste in den Lokalen mussten ihre Plätze verlassen, Gastronomen versuchten hektisch, Tische und Stühle in Sicherheit zu bringen. Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie Wasser über die Promenade schwappt und Mobiliar mitreißt. "Wir saßen beim Kaffee, als das Meer innerhalb von Sekunden stieg und die gesamte Riva überflutete. Die Menschen flohen, die Gastronomen räumten Tische – es herrschte Panik“, schildert ein Augenzeuge gegenüber Jutarnji list.

Nach Angaben kroatischer Medien stieg der Pegel um rund 30 Zentimeter an. Das Ereignis dauerte etwa 20 Minuten, ehe sich das Wasser wieder zurückzog – teilweise sogar unter den normalen Meeresspiegel. Größere Schäden wurden von den Behörden zunächst nicht gemeldet.

Was versteht man unter Meteotsunami

Anders als ein klassischer Tsunami wird ein Meteotsunami nicht durch ein Erdbeben ausgelöst. Ursache sind rasche Luftdruckänderungen, die häufig im Zusammenhang mit Gewittern auftreten. Treffen diese Druckschwankungen auf flache Buchten oder enge Häfen, können sich die Wellen durch einen Resonanzeffekt deutlich verstärken.

An der kroatischen Küste ist das Phänomen unter den Namen Šćiga oder Seš bekannt und tritt immer wieder auf. Besonders anfällig sind Orte wie Mali Lošinj, Stari Grad oder Vela Luka, deren Hafenanlagen die Entstehung solcher Wellen begünstigen. In Vela Luka wurde bereits 1978 ein außergewöhnlich starker Meteotsunami mit einer Wellenhöhe von rund sechs Metern registriert.

Meteorologen weisen darauf hin, dass Meteotsunamis trotz moderner Wettermodelle nur schwer vorherzusagen sind. Zwar lassen sich Gewitter und Luftdruckänderungen erkennen, die genaue Entstehung der Wellen hängt jedoch von kleinräumigen Veränderungen in Atmosphäre und Meer ab, die sich bislang nur begrenzt prognostizieren lassen.