Stadtleben
Petition will Taubenfütter-Verbot in Wien kippen
In vielen Wiener Wohnhausanlagen sorgt der Unmut über Tauben für heftige Diskussionen. Zahlreiche Hausverwaltungen schlagen wegen verkoteter Innenhöfe, schmutziger Fassaden und verunreinigter Fensterbänke Alarm und sprechen von einer regelrechten Plage - insbesondere in der Innenstadt.
Wer in Wien Tauben füttert, riskiert heftige Strafen. Wegen der strengen Auslegung des Reinhaltegesetzes geraten daher immer mehr Tierfreunde ins Visier der Behörden. Eine Allianz aus vier Tierschutzorganisationen fordert nun Rechtssicherheit für die ehrenamtliche Hilfe und hat eine offizielle Petition im Rathaus ins Leben gerufen.
Druck auf ehrenamtliche Helfer steigt
Anlass für den Vorstoß ist eine aktuelle Auslegung des Verwaltungsgerichtshofs. Demnach kann bereits das Ausbringen von Futter als Verschmutzung gewertet und bestraft werden. Das Tierschutz-Bündnis verlangt deshalb eine klare gesetzliche Ausnahme für gesundes Körnerfutter.
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"Immer mehr Menschen, die sich verantwortungsvoll um Stadttauben kümmern, geraten unter Druck. Dabei geht es nicht um das Ausbringen von Brot oder Speiseresten, sondern um geeignetes Körnerfutter für Nachkommen ausgesetzter oder entflogener Tauben. Wir brauchen Lösungen, die Tierwohl und Rechtssicherheit miteinander verbinden, statt engagierte Menschen zu bestrafen", sagt Hanna Zamernik, Campaignerin von Tierschutz Austria und Mitinitiatorin der Petition.
Eine Taube pro 50 Wiener
In der Bevölkerung hält sich hartnäckig das Gerücht einer unkontrollierten Plage im gesamten Stadtgebiet. Die Initiatoren halten hier mit den offiziellen Daten der Stadt dagegen. Zudem verweisen sie auf die Herkunft der Tiere, da diese von domestizierten Haustieren abstammen und deshalb besonders auf den Menschen geprägt sind. "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Stadttaubenpopulation in Wien deutlich kleiner ist, als häufig angenommen wird. Laut der neuesten Taubenzählung der Stadt Wien vom April 2026 leben nur etwa 50.000 bis 60.000 Tauben in Wien, das entspricht einer Taube pro 50 Wienerinnen und Wiener", erklärt Georg Prinz, Vizeobmann des Vereins gegen Tierfabriken.
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Artgerechte Fütterung statt Speiseabfälle
Weil die Behörden so rigoros strafen, wird die artgerechte Versorgung extrem erschwert. Die Folge ist ein sichtbares Problem im öffentlichen Raum, da die hungernden Tiere notgedrungen auf schädliche Reste von achtlos weggeworfenem Fast-Food ausweichen. "Wer Stadttauben beobachtet, sieht die Folgen der aktuellen Situation unmittelbar. Viele Tiere ernähren sich von ungeeigneten Abfällen, weil verantwortungsvolle Versorgung erschwert wird. Das schafft weder für die Tiere noch für die Bevölkerung eine zufriedenstellende Situation", sagt die Bürgerinitiative Arbeitsgruppe Tauben Wien.
Artgerechte Fütterung statt Speiseabfälle
Weil die Behörden so rigoros strafen, wird die artgerechte Versorgung extrem erschwert. Die Folge ist ein sichtbares Problem im öffentlichen Raum, da die hungernden Tiere notgedrungen auf schädliche Reste von achtlos weggeworfenem Fast-Food ausweichen. "Wer Stadttauben beobachtet, sieht die Folgen der aktuellen Situation unmittelbar. Viele Tiere ernähren sich von ungeeigneten Abfällen, weil verantwortungsvolle Versorgung erschwert wird. Das schafft weder für die Tiere noch für die Bevölkerung eine zufriedenstellende Situation", sagt die Bürgerinitiative Arbeitsgruppe Tauben Wien.
Erfolgsmodelle aus Europa als Vorbild
Neben der Straffreiheit verlangen die Organisationen einen Ausbau des Wiener Tauben-Managements. Gezielte Tierschutz-Maßnahmen wie betreute Schläge und der Austausch von echten Eiern gegen Gips-Attrappen haben sich international längst bewährt. "Moderne Stadttaubenpolitik bedeutet Verantwortung statt Verdrängung. Reine Symptombekämpfung schafft keine wirksamen und nachhaltigen Lösungen. Stattdessen braucht es Maßnahmen, die langfristig funktionieren. Kontrollierte Futterstellen, betreute Taubenbehausungen und Eiertauschprogramme reduzieren Konflikte nachhaltig und verbessern gleichzeitig die Situation für Mensch und Tier. Zahlreiche europäische Städte zeigen bereits, dass dieser Weg funktioniert", sagt Anne Eck von der Initiative Keine Tauben Ohren.
Ein Jahr Zeit für 500 Unterschriften
Damit sich der Wiener Gemeinderat offiziell mit dem Anliegen befassen muss, sammelt das Bündnis nun zwölf Monate lang Unterstützungserklärungen. Alle Personen ab 16 Jahren mit einem Hauptwohnsitz in Wien können an der Aktion teilnehmen. Die Abgabe ist entweder digital über die ID-Austria oder ganz klassisch mittels ausgedruckter Unterschriftenbögen möglich. Sobald das gesetzliche Quorum von mindestens 500 gültigen Stimmen erreicht wird, muss der Petitionsausschuss das Thema auf die Tagesordnung setzen.