"Ein langer Tag geht zu Ende, und ein neuer Morgen für den ORF bricht an", sagte der frisch designierte ORF-Generaldirektor direkt im Anschluss an die Wahl um 2 Uhr Früh bei einer Pressekonferenz. Mit der gegenwärtigen ORF-Chefin Ingrid Thurnher will er ab Tag 1 zusammenarbeiten. Für sein Direktorenteam kündigt er ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis an.
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Pig dankte dem ORF-Stiftungsrat, der ihn letztlich mit 21 von 35 Stimmen bedachte, für das Vertrauen. Er nehme die Verantwortung "mit Dankbarkeit und Demut an". Angesichts des "breiten und hochqualifizierten" Bewerberfeldes liege "ein gutes Ergebnis" vor, meinte Pig. Nun gehe es darum, das Vertrauen des öffentlich-rechtlichen Medienhauses zu gewinnen, sagte er darauf angesprochen, dass Mitbewerberin Lisa Totzauer, die im ORF als TV-Magazinchefin tätig ist, bei einer nicht bindenden Abstimmung unter ORF-Journalisten eine Mehrheit hinter sich vereinte. Vertrauen baue man durch "gute Entscheidungen, Kommunikation und Glaubwürdigkeit" auf.
"Herausforderungen sind groß, vielfältig und gleichzeitig"
"Die Herausforderungen für den ORF sind groß, vielfältig und gleichzeitig", so Pig. Als drängendste Frage bezeichnete er die Finanzierungskrise des ORF, die sich erst kürzlich durch das konkrete Vorhaben der Regierung, dem ORF ab 2027 93 Mio. Euro an Zuschuss zu streichen, verschärfte. Er will sich mit ORF-Chefin Thurnher dringenden Aufgaben gemeinsam annehmen. Ihr obliege die Führung, aber es gebe "genug Themen, wo inhaltlicher Austausch notwendig" sei.
Die Direktionsstruktur werde so realisiert, wie sie in seinem Konzept vorgesehen sei, stellte er klar. Das wurde in der Stiftungsratssitzung auch so beschlossen. Er sieht eine Finanzdirektion, eine für "Technologie und Innovation", eine für "Programm und Brands" und eine für "Audience und Plattformen" vor. Die gegenwärtige Radiodirektion ist damit Geschichte. Die einzige Vorgabe, die er sich mache, sei auf ein strikt ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu achten - auch bei den Landesdirektionen. Auch seinen Mitbewerberinnen und -bewerbern um den ORF-Generaldirektorenposten stehe es frei, sich für eine Direktorenstelle zu bewerben, sagte Pig.