ORF-Knall!

Promiarzt Meryn tritt als ORF-Stiftungsrat zurück

© TZOe Artner
Nach Streitigkeiten mit Westenthaler geht Siegfried Meryn als Stiftungsrat. Der Promiarzt gibt seine Stimme noch ab und tritt mit Ende der extrem emotionalen Sitzung zurück.
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Siegfried Meryn legt seine Funktion als ORF-Stiftungsrat zurück. Er wählt noch und geht dann als Stiftungsrat. Das geht aus einem Schreiben an seine Kolleginnen und Kollegen im obersten ORF-Gremium hervor, das der APA vorliegt. Darin argumentiert er mit Problemen, die er im obersten ORF-Gremium erlebt habe und tritt für eine Reform der Entscheidungs- und Kontrollstrukturen des ORF ein. Sein Rücktritt solle ein Beitrag zu einer Debatte sein, wie der ORF künftig organisiert sein soll.

Meryn wurde vom ORF-Publikumsrat - dessen Mitglied er bleibt - als eine von neun Personen aus den eigenen Reihen in den ORF-Stiftungsrat entsandt. In den Publikumsrat gelangte er auf einem Ticket des Karl-Renner-Instituts - der politischen Akademie der SPÖ.

Streitigkeiten mit Westenthaler

Im obersten ORF-Gremium war Meryn vor mehreren Monaten in Streitigkeiten mit dem von der FPÖ entsandten Stiftungsrat Peter Westenthaler verwickelt, nachdem Meryn für eine ORF-Mitarbeiterin eingetreten war, die von Westenthaler wegen der Einladungspolitik zu "Licht ins Dunkel" kontaktiert wurde. Die Angelegenheit mündete in einer Klagsdrohung gegen Meryn und der Thematisierung einer möglichen Unvereinbarkeit wegen dessen TV-Auftritten im ORF als Gesundheitsexperte bzw. Mediziner. "Aus einer Frage des Umgangs miteinander wurde eine Serie von Angriffen gegen meine Person. Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in einer Form, die bewusst auf Wirkung angelegt war", schreibt Meryn.

Dabei seien auch Fragen zu Entscheidungsabläufen, zur Weitergabe personenbezogener Informationen und zu Verantwortlichkeiten offen geblieben. "Fragen, die ein Mitglied eines Aufsichtsorgans stellen können muss, ohne damit selbst zum Gegenstand der Auseinandersetzung zu werden", meint Meryn und zeigt sich frustriert darüber, dass Kontrolle nicht zufriedenstellend möglich sei.

Beitrag zur Debatte über den ORF der Zukunft

Er unterstütze alle ernsthaften Bemühungen, die Unabhängigkeit des ORF zu stärken und politische Einflussmöglichkeiten nachhaltig zurückzudrängen. Er stelle sein Mandat nicht aus Resignation zur Verfügung, "sondern aus der Überzeugung, dass der ORF jetzt den Mut braucht, sich nicht nur personell, sondern auch strukturell zu erneuern". Sein Rücktritt solle einen Beitrag zur Debatte darstellen, "wie der ORF in Zukunft organisiert sein soll, wie seine Unabhängigkeit gestärkt werden kann und wie das Vertrauen in seine Institutionen wieder gefestigt werden kann".

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