Ermittler

Sky geht jetzt gegen illegale Streamer vor

Hammer: Ermittlungen gegen Sky & DAZN
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Im Kampf gegen illegales Streaming setzt der Pay-TV-Sender Sky  auf eigene Ermittler. Gleichzeitig testen Behörden neue Wege, um gegen Nutzer vorzugehen.
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Rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland nutzten im Jahr 2025 illegale Streams – fast zwei Millionen mehr als noch 2022. Da polizeiliche Ermittlungen aufwendig sind und Beweise wasserdicht sein müssen, geht der Pay-TV-Sender Sky mit einem eigenen Expertenteam gegen IPTV-Schwarzseher vor. Der Sender, der mittlerweile zu RTL gehört, erstattet regelmäßig Anzeige gegen Betreiber und Reseller illegaler Dienste, was in weiterer Folge zu Verfahren gegen Endnutzer führen kann.

Testkäufe führen zu Ermittlungen

In vielen Vorladungen an Nutzer taucht der Name Sky Deutschland auf. Strafverteidiger Dr. Heiko Löw aus Düsseldorf erklärt dazu gegenüber der deutschen Bild: "Die Ermittlungsbehörden werden in der Regel erst aktiv, wenn Pay-TV-Anbieter wie Sky eine Strafanzeige gegen die Betreiber des illegalen Dienstes stellen. Dabei wird Sky zuvor einen Testkauf durchgeführt haben, um so weitere Informationen über die Betreiber des Dienstes oder die jeweiligen Reseller zu erhalten." Eine Sprecherin von Sky bestätigt: der Zeitung "Grundsätzlich initiieren wir deutschlandweit in erheblichem Umfang Strafverfahren gegen Betreiber illegaler IPTV-Dienste und deren Reseller. Bei festgestellten Rechtsverletzungen erstatten wir Anzeige und unterstützen die zuständigen Behörden im rechtlich zulässigen Rahmen bei ihren Ermittlungen. Dies kann letztlich auch zu Folgeverfahren gegen Endnutzer durch die Staatsanwaltschaft führen." Genauere Mitarbeiterzahlen nennt das Unternehmen nicht, verweist jedoch auf ein "schlagkräftiges, hoch spezialisiertes Expertenteam".

Verfahren gegen Nutzer dauern

Allerdings mahlen die Mühlen der Ermittler langsam. Nachdem die Polizei in Köln im März 2025 den Fund einer illegalen Streaming-Zentrale verkündete – was anderthalb Jahre her ist –, stehen Entscheidungen noch aus. Oberstaatsanwalt Dr. Christoph Hebbecker betont: "Bevor Ermittlungsverfahren gegen die Nutzer eingeleitet werden, soll hier zunächst das Ursprungsverfahren abgeschlossen werden. Dies ist bislang aber noch nicht geschehen. Wann mit einer Abschlussentscheidung zu rechnen ist, lässt sich derzeit leider nicht seriös prognostizieren."

Ermittler werten Kundendaten aus

Zudem verfolgen Kripo und Staatsanwaltschaften eine neue Strategie: Sie ermitteln wegen Geldwäsche gegen illegale Zuschauer. Dies ermöglicht es, das kriminelle System über die Auswertung von Kundendaten der Reseller breiter anzugreifen, bringt höhere Strafen sowie spätere Verjährungsfristen mit sich. Wie Jurist Löw jedoch erläutert, benötigt die Staatsanwaltschaft für eine Anklage konkrete Beschreibungen von Tatzeit, Tatort und Art der Nutzung, was sich aus bloßen Zahlungsdaten meist nicht hinreichend genau rekonstruieren lässt.

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