Steierungspotentital
Rapid: Hoff Thorup trotz Siegesserie unzufrieden
Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup will sich von den sieben Siegen in den ersten sieben Saisonspielen nicht blenden lassen. "Wenn wir nicht so weitermachen, ist das absolut gar nichts wert", erklärte der Däne nach dem 2:0 am Mittwoch gegen Paide aus Estland. Der erste echte internationale Prüfstein steht den Hütteldorfern erst im Conference-League-Play-off bevor. Dort wartet in den kommenden beiden Wochen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Heart of Midlothian.
Vor den Duellen mit Schottlands Vizemeister empfängt Rapid in der Liga am Sonntag (19.00 Uhr) noch den GAK. "Wir müssen jeden Gegner respektieren", betonte Hoff Thorup. "Wir sind glücklich mit den sieben Spielen. Wir haben wahrscheinlich das erreicht, was wir erwartet haben - vielleicht sogar ein bisschen mehr." Der Auftritt gegen Paide stimmte ihn aber einmal mehr nicht restlos zufrieden. "Von einigen Spielern war das ein bisschen zu langsam. Wir hätten die letzten 15 bis 20 Prozent mehr Intensität gebraucht."
Hoff Thorup will bei Amane-Abgang Ersatz
Von den Ergänzungsspielern, die ins Team rotiert waren, drängte sich mit Ausnahme von Führungstorschütze Marco Tilio kaum jemand auf. Gegen den GAK dürfte statt Tilio wieder Sturmtank Ercan Kara beginnen. "Ich bin glücklich, dass wir eine starke Konkurrenz haben", sagte Hoff Thorup. Vergrößert hat sie im Mittelfeld das Startelf-Comeback von Romeo Amane. Der 23-Jährige von der Elfenbeinküste wird allerdings von Spitzenclubs aus Frankreich und englischen Zweitligisten umworben. Er gilt seit Wochen als Abgangskandidat.
"Es gibt viel Interesse bei Romeo Amane, das ist kein Geheimnis", bestätigte Rapids Sport-Geschäftsführer Markus Katzer. "Da kann noch etwas passieren." Bisher ist das richtige Angebot aber nicht eingetrudelt. "Er ist wichtig", sagte Hoff Thorup über den Mittelfeld-Stabilisator. "Wenn wir ihn verkaufen, müssen es Angebote sein, die den Wert so eines guten Spielers reflektieren." Für den Fall versuche man, bestmöglich vorbereitet zu sein. Hoff Thorup: "Ich denke, dann brauchen wir noch einen extra Mittelfeldspieler."
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Hearts "ein Qualitätsschritt nach oben"
Das Transferfenster läuft in Österreich noch bis 3. September. Am Abend des 27. August wird feststehen, ob Rapid zum dritten Mal in Folge in der Ligaphase der Conference League und damit auch im Herbst international vertreten ist. Das Hinspiel gegen die Hearts - diese müssten am Donnerstagabend ein 1:6 gegen Benfica Lissabon drehen, um den Duellen mit Rapid noch zu entgehen - geht am 20. August über die Bühne, das Rückspiel in Hütteldorf.
Das dazwischenliegende Ligaspiel gegen Salzburg wurde auf Bestreben von Rapid von 23. August auf 2. September verschoben. "Es sind zwei sehr wichtige Spiele für den Club. Es geht darum, fit zu bleiben und etwas mehr Zeit zur Vorbereitung zu haben", begründete Hoff Thorup. Der 37-Jährige rechnet fest mit den Hearts als Gegner. "Natürlich ist es im Vergleich zu den bisherigen Gegnern ein Qualitätsschritt nach oben. Es werden ausgeglichenere Spiele." Gegen Sturm Graz waren die Schotten in der Champions-League-Quali zwar mit dem Gesamtscore von 0:6 untergegangen. "Wenn du drei, vier Minuten davon entfernt bist, schottischer Meister zu werden, hast du aber einen guten Job gemacht", betonte Hoff Thorup.
Rapid muss seinen auch in den nächsten Partien erledigen. "Natürlich wissen wir, dass die Gegner noch nicht auf einem Top-Top-Level waren und wir uns steigern müssen", versicherte Routinier Louis Schaub. "Wir hatten in vielen Spielen viel Kontrolle, aber es ist zu wenig dabei rausgekommen." Man werde weiter hart arbeiten, versprach Torhüter Niklas Hedl. "Wir wollen weiter gewinnen, es macht gerade richtig viel Spaß."
Katzer-Lob für Kollegen in spe Fiala
Freude soll Rapid auch die bevorstehende Verpflichtung von Wolfgang Fiala bereiten. Der bisherige Sport-Geschäftsführer von Ligarivale SV Ried soll als Technischer Direktor nach Hütteldorf kommen - möglicherweise früher als per Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag mit Jahresende. "Ich kann Gespräche bestätigen, aber noch keinen Vollzug", sagte Katzer dazu im ORF. Fiala habe in den vergangenen Jahren in Ried "hervorragende Arbeit geleistet".
Einen Mann, der bei einem anderen Verein bereits als Geschäftsführer Sport tätig gewesen sei, in anderer Position einsetzen zu können, wäre laut Katzer "großartig". Er wolle aber nicht vorgreifen. "Wir werden mit einer Presseaussendung rausgehen, wenn es soweit ist. Momentan ist es noch nicht so weit." Der 38-jährige Wiener Fiala hatte als Kind einst selbst die Fußballschuhe für Rapid geschnürt.