Chaos in Deutschland
Unfassbar: DAS löste den Bahn-Totalausfall aus
Nach der deutschlandweiten Störung ist der Zugverkehr nach Angaben der Deutschen Bahn Mittwochfrüh wieder reibungslos angelaufen. Es komme aber noch vereinzelt zu Folgeverspätungen. Das Netz der ÖBB war nicht betroffen, allerdings wurden insgesamt acht Nachtzüge von oder nach Österreich in Deutschland für zwei Stunden gestoppt und bekamen dadurch entsprechende Verspätung. Ebenso war der Güterverkehr betroffen, so ein ÖBB-Sprecher.
Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert. IT-Experten der Bahn hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. "Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden", hieß es weiter. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden.
Unfassbar: DAS löste den Bahn-Totalausfall aus
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GSM-R steht für "Global System for Mobile Communications - Railway". "Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG", heißt es auf der Webseite der DB InfraGo, der Betreiberin der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern.
Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr Mittwochfrüh Schritt für Schritt wieder an.
2G-Technologie
Wie die "Bild" berichtet, soll ein Komponentenwechsel im Funksystem den Totalausfall ausgelöst haben. Intern werde bereits seit Monaten vor Problemen gewarnt.
Der derzeitige Zugfunk GSM-R basiert auf der 2G-Technologie, die bereits in den 1990er-Jahren eingeführt wurde. Über dieses System läuft bis heute die Kommunikation zwischen Lokführern und Stellwerken sowie der Bahnnotruf. Der moderne Nachfolger FRMCS auf 5G-Basis soll europaweit jedoch erst bis spätestens 2035 vollständig eingeführt sein.
Der Umstieg gilt als gewaltige Herausforderung. Laut "Bild" müssen teilweise sogar Ersatzteile für das alte System auf Vorrat beschafft werden, weil wichtige Komponenten nicht mehr produziert werden. Ein Insider schilderte der Zeitung, dass weltweit verfügbare Bestände aufgekauft würden. Die Hoffnung sei, dass die vorhandene Technik bis zur vollständigen Einführung des Nachfolgesystems durchhält.
Kaum Auskünfte für Reisende
In der Nacht waren zahlreiche Reisende auf Bahnhöfen gestrandet, vor Bahnhofsinformationen hatten sich sehr lange Warteschlangen gebildet. Viele Passagiere saßen fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben - teils konnten Menschen aber keine freien Hotelzimmer mehr buchen, etwa in Frankfurt. Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr dort nahezu ohne Passagiere los. Niemand hatte den zahlreichen Wartenden davor Bescheid gegeben. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gab.
Von der Störung betroffen waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge, sondern auch S-Bahnen, die von der DB betrieben werden, und Privatbahnen. In Berlin etwa war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt, ebenso in Stuttgart. Still stand außerdem der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist.
Verkehrsminister Patrick Schnieder forderte umfassende Aufklärung. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker.