Gegen neue Abgaben

WKNÖ-Ecker: "Faktor Arbeit entlasten"

Ecker Wolfgang © Mag. Rita Newman
Scharfe Kritik kommt von Niederösterreichs Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker an den Überlegungen, die sogenannte Auflösungsabgabe wieder einzuführen.

Im Zuge der Budgetverhandlungen wird derzeit diskutiert, Unternehmen bei Kündigungen und einvernehmlichen Auflösungen erneut zur Kasse zu bitten. Für Ecker ist das der falsche Weg. "Unsere Betriebe brauchen Entlastung und keine zusätzlichen Belastungen des Faktors Arbeit", betont er. Die Abgabe sei bereits 2020 abgeschafft worden, weil sie vor allem Bürokratie verursacht habe, ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Selteneres Phänomen: "Zwischenparken beim AMS"

Zudem sei das oft kritisierte "Zwischenparken beim AMS" seit Jahren rückläufig. Der Anteil kurzfristiger Freistellungen an der Gesamtarbeitslosigkeit habe sich seit 1990 von 28 auf 14 Prozent halbiert.

Ecker verweist auch auf die schwierige Wirtschaftslage. Unternehmen würden sich nicht leichtfertig von Mitarbeitern trennen. Kündigungen bedeuteten organisatorischen Aufwand, Know-how-Verlust und das Risiko, dringend benötigte Fachkräfte dauerhaft zu verlieren.

Besonders betroffen wären laut Ecker Saisonbranchen wie Bau und Tourismus, die bereits mit steigenden Lohn- und Energiekosten kämpfen. Weitere Abgaben würden die Betriebe zusätzlich unter Druck setzen. "Eine Verteuerung von Arbeit wäre genau das falsche Signal", so der WKNÖ-Präsident.