WHO-Einstufung
So gefährlich ist das "Hantavirus" wirklich
18.05.2026Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" weiterhin als niedrig ein.
"Das Risiko für die öffentliche Gesundheit wurde auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Informationen neu bewertet und das globale Risiko bleibt gering", erklärte die WHO am Sonntagabend.
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Zwar könnten bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vor der Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen Kontakt mit dem Virus hatten, weitere Fälle auftreten. Das Risiko einer Weiterverbreitung dürfte nach dem Verlassen des Schiffs und der Umsetzung von Kontrollmaßnahmen aber sinken, erklärte die WHO. Die Lage werde weiter genau beobachtet.
Die vom niederländischen Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions betriebene "Hondius" soll nach Behördenangaben am Montagvormittag im niederländischen Hafen Rotterdam anlegen. Danach sollen die 27 noch an Bord verbliebenen Menschen von Bord gehen: 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Kräfte. Weltweit liegt die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Ausbruch weiter bei drei.
Sieben Patienten bestätigt
Laut offiziellen Angaben wurde das Virus bisher bei sieben Patienten bestätigt, zudem gibt es einen wahrscheinlichen Fall.
Kanada bestätigte am Sonntag einen zuvor als "vorläufig positiv" eingestuften Fall: Einer von vier kanadischen Passagieren der "Hondius" sei am 16. Mai positiv auf das Andes-Hantavirus getestet worden, erklärte die kanadische Gesundheitsbehörde. Eine mitgereiste Kontaktperson sei negativ getestet worden. Weitere Fälle seien nicht festgestellt worden.
In Großbritannien sollten am Sonntagabend per Flugzeug neun Menschen aus den Überseegebieten St. Helena und Ascension eintreffen, die Kontakt zu einer mit dem Hantavirus infizierten Person hatten. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA zeigten sie keine Symptome und sollten in eine Isoliereinrichtung nahe Liverpool gebracht werden. Rund 20 frühere "Hondius"-Passagiere werden in Großbritannien bereits beobachtet.
Der Hantavirus-Ausbruch auf der "Hondius" hatte sich während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden ereignet. Es handelt sich um das Andesvirus, den einzigen Hantavirusstamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen vor rund einer Woche das Schiff und traten von Teneriffa aus die Heimreise an. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs werden sie weiterhin medizinisch überwacht.